Sonntag, 28. April 2013

Nachdem wir Sydney nach einer grossartigen Woche wieder verlassen "mussten", ging es weiter in Richtung Melbourne.
Auf dem Weg lag "Pigeon House Mountain", ein ziemlich hoher, schwer zu besteigender Berg, den Pete irgendwo in unserem Lonely Planet entdeckt hat. Nach ziemlich heftigen Diskussionen, in denen Pete beeindruckend seine Verkaeuferqualitaeten bewies, wurde also beschlossen, dass wir das Monster besteigen. Wir liefen 5 Minuten, bis der erste von uns aufgab. Es dauerte Stunden bis wir ganz oben waren, aber die Aussicht war es definitiv wert! (Es existiert von diesem Ausflug leider nur ein Foto, und das zeigt Anne und mich angewiedert auf die Pisse-Pfuetze von Pete starrend, nachdem er mitten auf den Weg gepinkelt hatte)

Doch dieser wundervolle Wander-Tag war noch nicht genug. Pete und mich hatte das "Wir sind in Australien also muessen wir auch in der Natur sein"-Fieber gepackt und so beschlossen wir eine Over-Night-Hiking-Tour zu machen. Wir fuhren also in den absolut wunderschoenen Nationalpark und planten mit der grummeligen Frau an der Rezeption unseren Weg. Es handelte sich um einen riesigen Kreis, dessen letztes Stueck wegen starkregen in 2011 gesperrt war. Wir dankten der Frau, nahmen die Karte und entschieden, dass es total bescheuert sei, fast den ganzen Kreis zu laufen und dann den selben weg wieder zurueck zu nehmen. Der gesperrte Weg kann ja nicht wirklich komplett gesperrt sein, immerhin war das ja nur Wasser. Wir schleichen uns einfach rein und schwupps, sind wir wieder am Anfang des Kreises. Dachten wir. Wir liefen 5 stunden am ersten Tag, sahen, ungelogen, die schoensten Straende meines ganzen Lebens, schlugen unser Zelt auf und genossen unser Leben. Als ich am naechsten morgen allerdings aufwachte und eine Handteller, HANDTELLERgrosse Spinne direkt ueber meinem Gesicht baumelte und Pete wie ein gestoerter gegen die Zeltwand haemmerte um sie "haha" auf mich fallen zu lassen, wusste ich, dass Unheil in der Luft lag. Ausserdem regnete es. Noch eindeutiger konnte es gar nicht sein: Wir haetten umdrehen sollen. Aber nein, wir liefen weiter, 5 Stunden, bis zu der gesperrten Stelle. Wir stiegen also ueber die Absperrung und... tadaaa... wir hatten einen gewaltigen Denkfehler gemacht: Wenn der Weg seit 2011 gesperrt ist, hat auch seit 2011 niemand die Pflanzen ein klein wenig.. gestuzt. Der Weg, von dem wir fest ueberzeug waren, dass wir auf ihm laufen konnten, war nicht mehr existent. Fakt ist, dass wir an jeeeeneeem Tag (Blitz und Donner an dieser Stelle), besagte 5 Stunden hin und 10 Stunden (!!!) wieder zurueck gelaufen sind! Insgesamt also 15 Stunden rennen und kriechen, weil Anne und Martina auf dem Campingplatz am Anfang auf uns warteten und die "Waldpolizei" gerufen haetten, wenn wir nicht zur besagten Zeit wieder da gewesen waeren. Unser Wasservorrat war schon am ersten Tag erschoepft, also tranken wir aus dreckigen Baechen. Der Weg war unterbrochen von... Wasser. Also wateten wir durch eiskaltes Nass. Wir fanden ein Wombat und kreischten wie kleine Kinder, weil es so goldig war, bis es Pete anknurrte, als wolle es ihn toeten. Da entschieden wir, es ist doch nicht sooo suess. Wir kamen also nach 15 stunden, durstig (Untertreibung des Jahrthunderts), stinkend (Untertreibung des jahrtausneds) und weinend (kein Witz) beim Auto und den beiden Maedels an, und hatten erst einmal einen emotionalen Break-Down. Aber so im Nachhinein wars dann doch ganz witzig.

Tja, und jetzt sind wir in Melbourne.
Wir checkten am Anfang ins Elephant Hostel Melbourne ein, doch nachdem wir feststellten, dass es keine Waende gibt und sich jedes Schnarchen 8 "Kabinen" weiter so anhoert, als wuerde derjenige 3 cm neben deinem Ohr schlafen, checkten wir schnell wieder aus.
Wir fuhren die Great Ocean Road entlang und sahen die 13 Apostel, die live noch viel schoener sind als auf Fotos.
Dann buchten wir ein anderes Hostel, in dem wir eine Woche bleiben konnten, bis sie uns rauswarfen weil sie Bierflaschen in unserem Zimmer gefunden hatten. Dann ein anderes Hostel, dann wieder das zweite Hostel. Okay.

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