Dienstag, 25. Dezember 2012

skinny whore

Ho ho ho, merry Christmas! Es weihnachtet in Australien. Auch wenn man es kaum glauben kann und einem nur ab und an wenn man einen Typen barfuss, in Badehose und Weihnachtsmannmuetze durch die Stadt laufen sieht. Meine Lieblings-Norweger kamen am 23. von Sydney angeflogen, um mit ihren 4 Cousins und Cousinen, ud natuerlich Martina und mir, Weihnachten im mitlerweile hoechst tropischen Carins zu feiern. Wir trafen Anne und Pete am 23. Nachts an der Esplanade, sind wie irre kreischend und gar nicht peinlich wie in einem kitschigen Frauenfilm aufeinander zugerannt (wenn Zeitlupe moeglich gewesen waere, waere es Zeitlupe gewesen.) und haben uns so viel zu erzaehen gehabt, dass die Zeit nur so davongeflogen ist. Pete hat uns dann eine Tuete mit Geschenken fuer seine Cousins gegeben, zusammen mit einem Santa Clause Kostuem (fuer mich) und einem Elfen-Kostuem fuer Kinder (fuer Martina). Wir fragten sie dann noch nach beschreibungen ihrer Cousins und Cousinen, udn wir bekamen sehr hilfreiche Aussagen wie: "Vegard hat graue Haut". Und "Katherine hat mal 50 Kilo mehr gewogen und ist jetzt ne duenne Hure." Aha, dachten wir uns also, und versuchten mit diesen verstoerenden Informationen eine kleine Show zusammenzustellen. Nachdem wir dann aber viel lieber schlafen und essen wollten, wurde das mit dem text ausdenken nichts und wir mussten doch improvisieren. Wir zogen uns also im Hostel die Kostueme an. Martina sah ganz bezaubernd aus in ihrem viel zu kleinen Efenkostuem. Ich sah mega scharf aus in meinem Santa Kostuem, das ich mit einem Kissen ausstopfte und mit einem Duckface toppte. So machten wir uns auf den Weg. Durch die halbe Stadt, zu dem restaurant, wo sich die Norweger Pizza goennten. Wir liefen ueber Strasse und hoerten scho die Rufe der Cousins und Cousinen: "Woaaah, da laeuft ein Santa und sein Elf! Wie irre ist das! Pete, mach ein Foto!!", worauf Pete nur meinte: "jaja, gleich. haha." Wir riefen wildfremden "ho ho ho" und "meeeeerry meeeeerry Christmas!" zu und kamen dann an den Tisch unserer Freunde. Die Gesichter reichten von groesstem Schock, ueber peinlich beruehrtes AufdenBodenschauen, bis hin zu freudestrahlendem Grinsen. Wir zogen uns irgendwelche sinnlosen geschichten ueber jeden einzelnen aus den Fingern und verteilten die Geschenke. Ich habe in meinem ganzen leben noch nicht so geschwitzt wie in diesem moment... bei 35 grad in mantel, wollhose, bart und muetze war es ein wunder dass ich nicht umgefallen bin. Die freude war jedenfalls riesig, die Cousins sind supercool und Katherin ist tatsaechlich eine 'skinny whore" :D gestern haben wir dann mit ihnen zusammen zwei Autos gemietet und sind zu den barron falls gefahren. Ein riesiger wasserfall, der allerdings nicht sooo riesig war, weil es noch kaum geregnet hat hier. Der Ausblick war atemberaubend. Dann sind wir weiter zu einem Fluss gefahren, dessen namen ich leider vergessen habe. Er war voller riesiger runder Steine und wir beschlossen erst einmal schwimmen zu gehen. kaltes, angenehm erfrischendes Wasser mit starker Stroemung. Wir hatten sehr viel spass! Weiter gings zum Four Miles Beach in Port Douglas, ein, wie der name schn sagt, 4 meilen langer weisser wunderschoener strand. Ins wasser konnte man allerdings nicht, weil es im moment mit den quallen ziemlich extrem ist. und mit den haien. und den krokodilen :D also.. kein meer. ;)

Sonntag, 9. Dezember 2012

Umbridge

Da wir fuer kostenlose Unterkunft in unserem Hostel fuenf Tage die Woche arbeiten muessen, sind wir heute morgen um 10 zur Rezeption gestiefelt, um uns den heutigen Putzplan geben zu lassen. Als wir da ankamen, schaute uns Emma, die an der Rezeption arbeitet, mit vielsagendem Blick an und schickte uns hinter ins Buero. Dort wartete die Frau des Hostelbesitzers auf uns, eine unfassbar kleine, unfassbar unfreundliche Frau, die nur noch eine Tasse Tee und 8 Loeffel Zucker gebraucht haette um das Bild von Professor Umbridge in meinem Kopf zu vervollstaendigen. Sie sagte uns dann, dass das ganze (eine allumfassende Geste) jetzt, da sie da ist, etwas anders laufen wuerde. Sie teilte Marsi fuer die Dorms ein, was alleine eine Hoellenaufgabe ist, und mich fuer die Apartments. Das Gespraech mit ihr verlief fuer mich ein wenig unguenstig, da ich dachte, sie verarscht mich. "Anna, du putzt drei Apartments." "Okay." "Du hast 30 Minuten fuer jedes Apartment." "Hahahahahahahahaha! :D :D :D Hahahahahaha! Witzig!" "Was ist so komisch?" "Hahaha, na ja, 30 Minuten fuer ein Apartment! Also, wie viel Zeit hab ich wirklich?" "... 30. Minuten. Pro. Raum. Und jetzt geh." "Aehm.... haben Sie schon mal so ein Apartment geputzt..? Das reicht vorn und hinten nicht." "Geh. Jetzt." Sie ist Australierin, das Wort "Daaaaachschaaaaadeeeen", das ich froehlich beim Rausgehen gesungen habe, hat sie also nicht verstanden. :D

Krieg

Es. Herrscht. Krieg.
Wir wohnen, wie ich euch verschwiegen habe, weil ich dachte es ist absolut belanglos, mit zwei Franzosen zusammen, einem Paerchen. Marie (das ist nicht ihr richtiger Name, aber wir haben die schraege Angewohnheit, allen Franzosen klischeehafte Namen zu geben) und Bebe (das sagt Marie immer zu ihm, wenn er duscht und sie wie eine Irre durch die Badezimmertuer bruellt.).
Es fing alles damit an, dass wir auf dem Sofa sassen, ploetzlich die Tuer aufging und zwei Leute reinkamen, die weder hallo gesagt noch sich vorgestellt haben. Wir dachten also, Hey, vielleicht hatten sie nen harten Tag und haben sie in Ruhe gelassen.
Die beiden fingen dann an alle Schraenke, alle Tische, die komplette Kueche und beide Sofas in Beschlag zu nehmen, was wir anfangs mit Erstaunen, dann allerdings mit wachsendem Aerger, aber immer noch freundlich beobachteten.Wir lagerten unser ganzes Zeug also unter unseren Betten. Konnten wir auch, da die beiden unteren Betten unsere waren. Nach der ersten Nacht meinte Marie in gebrochenem Englisch und unfreundlicher Miene: Betten tauschen. Heute. Oh ja, da lag nicht der Hauch einer Frage in der Luft. Und da wir ja wirklich nette Menschen sind und verstehen, dass es fuer ein Paerchen, das zusammen in einem Bett schlaeft, von Vorteil ist unten zu schlafen, tauschte Martina also Bett und schlief dann ueber mir.
Nach einer Weile mussten feststellen, dass die beiden wirklich unfassbar nervige Zeitgenossen sind, nicht nur, weil sie ihre franzoesischen Filme in unglaublichen Lautstaerken schauen, staendig ihre Musik laeuft und sie im Zimmer so viel kiffen, dass wir uns das Geld fuer eigenes Gras defintiv sparen koennen, sondern weil sie, wie wir heute feststellten, auch unsere Sachen und Lebensmittel klauen, selbst aber einen "Do not use"-Zettel in ihre Pfanne legen.
(Davon, dass sie die Tuer offen lassen waehrend die Klimaanlage an ist, will ich gar nicht erst anfangen. Das macht mich so wuetend, dass ich regelmaessig ausflippe.)
Wir waren lange geduldig und haben alles auf beschissene Erziehung oder moeglicherweise schwieriges Leben geschoben, bis dann heute ein riesiges Stueck unseres mega teuren Kaeses gefehlt hat, den wir uns einmal alle zwei Monate oder so leisten koennen ( ich uebertreibe an dieser Stelle nicht. Kaese kostet Unmengen! :D) Das war zu viel.
Die beiden haben geschlafen als wir zum Internetcafe gegangen sind, aber sobald sie wach sind, is was los. Anfangs war ich wirklich sauer, bis mir aufgefallen ist, dass ich mich ueber Kaese aufrege. Aber man muss ihnen echt mal sagen, dass das so nicht geht. :D
Hier noch was, was ich persoenlich zum schreien finde:

Die Seite der Franzosen.

Und unsere Seite.
Es sieht soo traurig aus :D




Ich hab einen neuen Job in einem Pub der "Cock 'n' Bull" heisst und letztes Jahr anscheinend zum besten Pub in Cairns ausgezeichnet wurde. Er ist riesengross und mein Job ist viel mehr Rennen als Kellnern. Aber meine Kollegen sind nett und die Kunden sind auch in Ordnung. Mit einigen Ausnahmen natuerlich. An meinem ersten Tag hat sich so ein heisser Suerferboy, dem sehr wohl bewusst war, wie gut er aussieht, ein bisschen aufgefuehrt, woraufhin ich ihm, ohne nachzudenken, kurz die Meinung gesagt hab und dann den ganzen scheiss Abend um meinen Job fuerchten musste. Aber das wars sooo wert! So ein Arschloch! :D

Es war einmal mehr Ladies-Night im Woolshed. Es ist unfassbar, dass ich diesen Schuppen immer noch betrete, aber Cairns ist so verschlafen, dass man wirklich nach Beschaeftigung suchen muss. Und die findet man in ein paar Glaesern kostenlosem Sekt, um den man sich mit aufgetussten Furien pruegeln muss (ich hab mittlerweile wirklich fast Spass dran. Ich versuche immer beim Rueckweg durch die Masse mit meinem Sekt moeglichst viele Kleidchen zu versauen. (Ich habs ja gesagt, man muss nach Beschaeftigung suchen)) Ausserdem suchen Marsi und ich immer nach besonders kleinen oder grossen Menschen, mit denen wir dann peinliche Bilder machen, weil das... irgendwie... witzig ist... wenn man den kostenlosen Sekt bereits getrunken hat.
Hier die beiden besten:

Das ist Tom.

Und das hier Luc. (Die Konversation war hoechst interessant. Ich hab nur die etwa die Haelfte verstanden, der Rest ist unten nicht angekommen)



Ausserdem waren wir ein bisschen im Regenwald unterwegs:









Und es ist bald Weihnachten und ich konnte nicht umhin ein Bild von einer kleinen Familie beim Weihnachtsmann zu machen:


Donnerstag, 22. November 2012

Es juckt.


Ich weiss nicht, was das mit mir und kleinen Kindern ist... aber meine generelle Abneigung gegen sie scheint wie ein Magnet zu wirken und sie zu mir zu treiben.
Genau das ist mir vor Coles (bekannteste Supermarktkette hier) passiert. Ich sitze auf einer Bank und warte auf Martina, die mit einem Lachkrampf durch die starrende Menschenmenge aufs Klo gerannt ist, nachdem sie eine Dose Thunfisch in die falsche Richtung geoeffnet und eine mittlere bis grosse, eklige, wie Erbrochenes aussehende Explosion verursacht hat und sich waschen musste. Auf einmal laeuft ein kleiner Junge an mir vorbei, vielleicht 6 Jahre alt. Er starrt mich an, ich laechle freundlich. Er starrt weiter, ich ziehe eine Augenbraue nach oben. Er starrt weiter, ich schaue mich um, ob ich verarscht werde. Er starrt weiter, ich strecke ihm die Zunge raus. Er starrt weiter, setzt sich auf die Bank neben mich, und ich gebe zu, ich hatte ein wenig Angst. 5 Stunden spaeter (so hat es sich jedenfalls angefuehlt) kam endlich die Mutter des kleinen Kerls und schleppte ihn (wieder an mir vorbei) in den Supermarkt. Er starrt mich wieder an, deutet dann mit seinem Zeige-/und Mittelfinger erst auf seine Augen und dann auf meine! De Blickkontakt brach erst an, als er hinter einem Regal mit Timtam-Keksen verschwand. Ich sag euch, das war schlimmer als Geisterbahn-Fahren.

Einigen von euch ahbe ich eine witzige Sms geschrieben, von wegen ich habe 60 Moskitostiche. Ha! Ich wuenschte, es waere so. In Wahrheit sind es keine Moskitostiche, sondern, wie sich jetzt herausgestellt hat, Bed Bug - Bisse. Die kleinen Mistviecher werden vor allem in Hostels verbreitet, wenn Leute ihre eigenen Schlafsaecke verwenden. Offenbar hatte derjenige, der vorher in meinem Bett geschlafen hat, nicht nur einen, sondern 3 Mio Schlafsaecke voller Bettlaeuse. Es juckt so sehr! :D Und ich glaube, ich reagier auch noch allergisch, denn jeder einzelne Biss ist auf einen Durchmesser von 2 cm angeschwollen. Jetzt muss unser ganzes Zimmer (die anderen haben auch Reaktionen, allerdings nicht so krass. Natuerlich.) alles waschen. ALLES. Backpacks, Klamotten, Bettwaesche, Handtuecher, Handtaschen, alles. Wer jetzt allerdings glaubt, dass ich genervt bin, der irrt sich. Ich finde das alles sehr sehr erheiternd. Kann aber auch sein, dass ich so viel Bed Bug Gift in meinem Blut (falls noch vorhanden) habe, dass ich nicht mehr im Vollbesitz meiner geistigen Faehigkeiten bin.

Ich habe vor zwei Tagen in einem winzigen Imbiss Probearbeiten gehabt. 3 Stunden lang dabei zuschauen, wie Jackie Fish & Chips produziert, Onion-Rings macht usw. War alles kein Problem bis sie mir sagte, dass, wenn das Training vorbei ist, ich den ganzen Imbiss alleine fuehren muss. Das heisst, Kellern, Bestellungen aufnehmen, Kochen. Kochen. :D Ich bin mal gespannt, wie oft sie mich das machen lassen :D

Dat wars.

Dienstag, 20. November 2012

Gute Laune

Am Sonntag werden wir unser Hostel wechseln. Das Beach House mag ganz okay sein, und wir hatten da auch Arbeit fuer kostenlose Unterkunft, es ist allerdings ziemlich weit weg von der Stadt und irgendwie brauchen wir Tapetenwechsel :D
Wir ziehen jetzt in das Hostel in denen unsere beiden Franzosen wohnen. Na ja, wohnten. Sie verlassen uns morgen und fahren mit ein paar anderen Franzosen, die sie hier kennengelernt haben (die beiden ziehen andere Franzosen an, wie Magneten) nach Townsville, um dort einen Farmjob zu finden. Wir waren mehr als entsetzt, als Fabien uns das vor einer halben Stunde erzaehlt hat...

Und der Tag wurde auch nocht besser, als ich jetzt hier am Pc meine E-mails gecheckt habe und eine Antwortemail auf eine Onlinebewerbung in meinem Posteingang fand. Der Typ, ich kann mich nicht mehr an seinen namen, geschweige denn an sein Unternehmen erinnern, beschimpft uns in dieser Nachricht als Nazis und fragt "wer denn bitte Leute einstellt, die die ganze Welt vergast haben?" Ich war milde geschockt, um das mal so zu sagen. Meine Antwort war dann nur: Ernsthaft? Du nennst uns Nazis? Schoen, wer will schon bei einem verdammten Idioten angestellt sein? Vielen Dank. (In der englischen Version waren ein paar mehr f-Woerter.) Wahnsinn. Bin immer noch sauer.

Sonst passiert im Moment eigentlich nicht so viel, ausser das unser gruselige Ex-Zuhaelter-Boss Martina regelmaessig echt schraege Bilder von sich schickt. Und Bilder von den beiden zusammen. Und sie anruft.
Abartig. :D


that's it.

Dienstag, 13. November 2012

Solar Eclipse 2012

Stromausfall im Hostel. Wir waren grade am Kochen und sind grade fertig geworden, als es im ganzen Hostel stockfinster wurde. Natuerlich fingen einige Leute zu schreien an, als haetten sie in ihrem ganzen Leben noch nie in einem dunklen Raum gestanden. Das ganze Hostel hat sich dann in der "Bar", einem mit einem Regensegel ueberspannten Platz, versammelt und dort im Schein von 3 Teelichtern Goon-Pong gespielt. Goon ist dieser unheimlich billige und unheimlich eklige Wein, der fuer Backpacker hier ein Grundnahrungsmittel darstellt, und Pong heisst einfach nur, dass man einen Ball in die Goon-Glaeser der gegnerischen Mannschaft werfen muss und wenn man trifft, muessen diese die Glaeser exen. Das spiel mag witzig sein, wenn man werfen kann. Martina und ich koennen es nicht. Das letzte mal, als wir das gespielt haben (gegen zwei Schwedinnen, die genauso beschissen waren, wie wir) hat sich das spiel ueber gefuehlte 3 Stunden hingezogen :D
Wir lernten dann auch 2 deutsche Typen kennen, die wir sofort in unser Spiel "Assholeface, yes or no?" aufnahmen. Das spiel ist relativ einfach. Wenn jemand ein Arschlochgesicht hat streckt man den Daumen nach oben. Wenn nicht, dann nicht :D Wir hatten es hier jedenfalls mit zwei besonders tollen Exemplaren von Daumen-nach-oben zu tun und folglich eine Menge Spass. Der Duemmere der beiden meinte dann, dass er nach dem Abi hergekommen sei, und Martina sagte mir spaeter auf unserem Zimmer, dass sie sich auf die Zunge beissen musste um nicht zu fragen, wo er sich sein Abi denn erkauft haette. Als er dann meinte er wolle Pilot werden, und ich in brutal ernstem Ton sagte, dass ich nie mehr Fliegen wuerde wenn ein ein Flugzeug steuere, tat er das aus irgendeinem Grund als Scherz ab. War keiner.
Am naechsten Morgen wollte ich mir noch schnell eine Brille fuer die Sonnenfinsternis kaufen, die um 6:40 stattfinden sollte. Musste dann aber leider feststellen, dass mein Geldbeutel mit meiner australischen Bankkarte und meiner Mastercard spurlos verschwunden ist. Ich rief also die Notfallnummern an und liess beide Karten sperren. Dann tauchte der Geldbeutel wieder auf. Mit 30 Dollar cash weniger und, wie mir die Dame am Telefon sagte, einer Abbuchung von sage und schreibe 7 Dollar von meiner Mastercard. Da hat sich das Arschloch vermutlich ne scheiss Pizza gekauft und ich darf jetzt alle meine Karten neu beantragen :D Ich bin nicht mal wirklich sauer, es war mir eigentlich schon in Deustchland klar, dass ich defintiv das Glueck haben werde irgendwann meine Karten neu beantragen zu muessen.. :D Maaaaaaan!
Und jetzt zu was erfreulichem: Die totale Sonnenfinsternis!
Alle Leute versammelten sich am Strand, 1000e trugen ihre Brillen und warteten gespannt. Es war recht unklar, ob man sie sehen wuerde, da die raining season hier angefangen hat und es staendig bewoelkt ist. Aaaaaber wir hatten Glueck und konnten sie durch die Wolken sehen! Die Menge fing an zu klatschen und zu jubeln und es war wirklich ein fast magischer Moment!


Und jetzt noch was belangloses: Wenn man hier Durst hat, trinkt man einfach.... eine KOKOSNUSS! Wuhu! :D





Love ♥

Samstag, 10. November 2012

Ohne Worte

"Ladies, was ist das hier fuer eine schraege Geschichte...?", fragten uns zwei etwa 40 jaehrige Maenner in einem von unseren Bossen unbeobachteten Moment und schauten uns mit fragenden Blicken an. Da stellt sich die Frage: Ja.. was zur Hoelle ist das fuer eine abartig schraege Geschichte?!

Die Vorbereitungen fuer unseren Job als was auch immer verliefen recht unspektakulaer. Wir waren ziemlich genervt, weil wir mit unserem ohnehin begrenzten Budget derart unsinnige Dinge wie Cocktailkleider und High Heels kaufen mussten, und beschlossen daher, auf schoen zu scheissen und auf billig zu setzen. Zwei Kleider, ein paar High Heels, und Schmuck (das musste sein.).

Als am Mittwoch dann der Zeitpunkt fuer uns gekommen war, in den Bus zu steigen und mit unseren ironischerweise mit Stoeckelschuhen gefuellten Backpacks in die Stadt in Richtung Hotel Shangri-la zu fahren, ueberprueften wir vorher noch einmal, ob alle unsere Freunde auch brav ihre Handys griffbereit hatten, fuer den Fall der Faelle. Dass diese unsere Geschichte im Hostel bereits die Runde gemacht hatte, habe ich ja bereits erzaehlt, und so verliessen wir das Beach House und liessen besorgte Gesichter zurueck.

Weil unser Shuttelbus zwei Stunden zu frueh in der Stadt ankam, beschlossen wir, uns in den Park an der Lagoon zu setzen und dort zu warten. Im Moment ist Cairns ueberfuellt mit unfassbar talentierten Hippies, die mit ihren Kunststueckchen versuchen, Geld fuer das Eclipse-Festival zusammen zu bekommen. Als wir uns dann schliesslich auf den Weg ins Hotel machten und die Dame an der Rezeption mit unseren Rucksaecken auf dem Ruecken fragten, wann wir denn einchecken koennten und sie uns von oben bis unten mussterte und offenbar feststellte, dass wir doch recht uncool waren, wurde mir sehr schnell klar, dass es keine Dame sondern eine schnoeselige Tusse war, mit der wir es zu tun hatten. Wir beschlossen auf Adeel (Name von der Redaktion geaendert), unseren Chef, den wir noch nie gesehen hatten, zu warten.
Wir waren unheimlich aufgeregt und als das taxi vorfuhr, wussten wir absolut nicht, wie wir uns verhalten sollten. Wir entschlossen uns dann aber doch sowas wie 'Hello" zu sagen und schuettelten ihm und seinen beiden Kollegen die Hand. Sein Blick auf unsere Shorts und unsere ausgewaschenen Shirts liess keinerlei Zweifel daran, dass er milde schockiert war, ueber die blinde Auswahl die er da im Internet getroffen hat und die Stimmung war dementsprechend angespannt. Aeusserlich. Innerlich bin ich vor Lachen beinahe gestorben. Gott, ihr haettet diesen Gesichtsausdruck sehen sollen! Als waere er knapp einem Herzinfarkt entgangen! Grossartig!
Wir hatten dann eine halbe Stunde Zeit, uns fertig zu machen. Ich weiss nicht, wie sie sich das vorgestellt haben, immerhin sollten wir "dashing" aussehen, und das ist nicht ganz einfach in so kurzer Zeit. Wir rannten also im Hotelzimmer auf und ab und machten uns huebsch, nicht ohne ab und an ein Paeuschen fuer ein Freudentaenzchen einzulegen. Das Zimmer war der pure Wahnsinn! Zwei King-size-Betten, riesiger Fernseher, Luxusbad und das beste: Eine Badewanne. Seit fast drei Monaten hattenw ir keine mehr gesehen, wir haben uns gefuehlt, wie... das ist mit absolut nichts zu beschreiben. Als wir dann, absolut puenktlich, fertig aufgedonnert mit knallrotem Lippenstift und hochgesteckten Haaren in unseren 10 Dollar Dresses, die definitiv nicht wie 10 Dollar aussahen, im Cocktail-Saal ankamen, traf uns erst mal leicht der Schlag. Der Raum war gefuellt mit Leuten. Nein, mit Maennern. Mit alten Maennern. Um die 50 (tut mir sehr leid, Papa, auch wenn du behauptest, du seist nicht alt.. aehem... nun ja.), die uns absolut unverbluemt von oben bis unten mit offenen Muendern anstarrten. Ich wuenschte, ich wuerde an dieser Stelle uebertreiben, aber ich schwoere beim Leben meines ungeborenen Sohnes Gunnar, dass das genauso passiert ist! Wenn ihr jetzt allerdings denkt, dass das eine Situation ist, die an Unbehagen nicht mehr getoppt werden kann, dann darf ich euch enttaeuschen. Aber lest einfach weiter. Wir wurden also waehrend dieser spassiegn Party unglaublich vielen, unglaublich langweiligen Herren vorgestellt, die uns mehr auf die Brueste als sonst wo hin gestarrt haben und uns aeussert unangenehme Fragen stellten. Die Sache war naemlich die, dass wir laut Adeel (Name immer noch von der Redaktion geaendert) so tun mussten, als wuerden wir schon ewig als persoenliche Assistenten der Chefetage arbeiten, fuer eine Company, deren Namen wir eine halbe Stunde zuvor zum ersten mal gehoert hatten. Fragen wir: Ladies, fuer welche Company arbeitet ihr? Was macht ihr da? Wir lange seit ihr da schon? Etc. sind also richtig beschissen. Als ein alter Sack, der Marsi ungefaehr bis zum Bauchnabel ging, sie fragte, fuer welches Unternehmen sie denn arbeite, drehte sie sich panisch zu mir um und fragte mich auf Deutsch: Scheisse, ANNA! Wie heisst die scheiss Firma?! Wir haben dann zusammen improvisiert und uns immer wieder Wein von den Tabletts genommen, die von heissen Kellnern durch den Saal getragen wurden. Ich gebe zu, dass Geschichten zu erfinden und der High Society von was auch immer brutal und ungeniert ins Gesicht zu luegen mit ein bisschen Wein noch viel mehr Spass macht, als es ohnehin macht :D
Weil Marsi und ich es nicht eingesehen hatten uns fuer diese 3 Tage auch noch eine passende Handtasche zu kaufen, war die einzige Moeglichkeit mit der Aussenwelt in Kontakt zu bleiben, mein Handy in mein Hoesschen zu stecken. (Eigentlich war es die Strumpfhose, falls jetzt ein angewidertes UAHHH aus eurem Mund kommt und ihr den spontanen Beschluss gefasst hattet, nie mehr einen Anruf von meinem Handy aus zu machen. Wobei Strumpfhose irgendwie auch nicht besser ist... Egal :D) Wir waren jedenfalls nicht sicher, ob wir vielleicht geschnappt und nach Kambodscha verkauft werden sollten, und weil Marsi ein derart enges Kleid trug, dass sie nicht mal richtig sitzen konnte, lag es an mir, unsere Aersche im Notfall mit einigen Anrufen zu retten. Als wir dann allerdings feststellten, dass wir weder verkauft, noch umgebracht werden sollten, verschwand ich kurz auf die Toilette und verschickte ca. 50 Smsn, dass der Job serioes und alles in Ordnung sei. Ich ging zurueck zu einem sterbenslangweiligen Gespraech mit zwei daemlich aussehenden, aber offenbar stinkreichen Kerlen, als unguestigerweise mein Handy durch das Laufen nach unten an eine noch unguestigere Stelle rutschte, als es sich ohnehin schon befand und es wegen der ca 50 Antwort-Smsn zu vibrieren anfing! Normalerweise wuerde ich sowas nicht erzaehlen, weil das selbst fuer meine Verhaeltnisse enorm peinlich ist, doch weil ich in Australien bin und diesen Blog sowieso nur meine Oma und meine Mam lesen, die mich so wie so lieben, kann ich das ja sagen. Es fing also an zu vibrieren, ich fing hysterisch an zu lachen, mitten in der Antwort auf die Frage des langweiligen Typen, was "wir denn produzieren wurden". Marsi sah mich irritiert an, ich lehnte ich ueber den Stehtisch und war dem Ersticken nahe vor lachen. Mit merkwuerdigen Schritten schlurfte ich also auf die Toilette und musste mich da erst mal auf den Boden setzen und mich beruhigen. Martina folgte mir, schaute mich fragend an, verstand dann aber sehr schnell, als ich das Handy herauszog und es immer noch ununterbrochen vibrierte. Eine halbe Stunde spaeter waren wir wieder faehig zu sprechen und gingen zurueck.
Kommen wir nun zum Dinner. Der Plan war eigentlich, dass wir alle an einem Tisch sitzen sollten, doch weil unsere Bosse sich fuer so maechtig hielten, dass sie dachten, sie muessten die Ladies, die sie mitbringen (uns, haha, das klingt so irre) nicht anmelden, wurde der ganze Sitzplan der armen Organisatoren durcheinander geschmissen und wir mussten uns trennen. Ich sass also mit unserem "Oberboss" an einem Tisch und Martina mit den beiden ertraeglicheren. Ich Glueckliche. Er fing also an zu erzaehlen, erst von sich, vons einer Arbeit von seinen Reisen. Dann, nach ein paar mehr Glaesern Wein, von seinem Bruder, der in Indien ein gefeierter Bollywood-Star ist (wir wurden dann spaeter am Abend uebrigens gezwungen mit ihm zu telefonieren. Daemlichstes Gespraech ever.Und ich darf sagen, dass es nicht deswegen daemlich war, weil wir nervoes waren oder sowas. Weswegen sollten wir auch? Bollywood, oh bitte.). Dann nach ein paar weiteren Glaesern von seinen Exfreundinnen (natuerlich nur Topmodels, die er entdeckt und beruehmt gemacht hat) und schliesslich, nach einem von vielen "Cognac-Breaks" oder wie es einer der "Ertraeglicheren" nannte "Apple-Juice-Break", die uebrigens auch zwischen den Meetings stattfanden, erzaehlte er mich bis ins kleinste Detail wie er eine ebenfalls im Saal anwesende junge Frau zur von einer ganzen zur halben Jungfrau gemacht hatte. Ja, liebe Leute, ich war auch geschockt. Und zugegebenermassen nicht schlecht verwirrt. Was zur Hoelle meinte er? Also dachte ich mir, scheiss drauf, und fragte ihn wie das denn funktioniere. Begeistert wie ein kleiner Junge hat er es dann beschrieben und mit beeindruckenden Metaphern ausgeschmueckt, die ich an dieser stelle nicht erwaehnen und liebend gerne fuer immer vergessen wuerde.
Als wir uns am zweiten Abend immer noch wirklich gut anstellten und einen "great job" machten, wurde uns dann ein Angebot unterbreitet. Als er mit diesen Worten anfing, dachte ich schon er moechte die Nummer meines Vaters haben und mich fuer 1 Kamel und zwei Pflaumen kaufen. War dann aber nicht. Er hat uns angeboten ein ganzes Jahr mit ihm zu arbeiten. Ich moechte arbeiten an dieser Stelle nicht in Anfuehrungsstriche setzen, auch wenn "Arbeiten" in diesen drei Tagen aus hauptsaechlich trinken, essen und feiern bestand. Wir haetten, laut seiner Aussage, die Moeglichkeit nach Amerika, Dubai, Shanghai, Singapur, Pakistan etc zu reisen. Fanden Marsi und ich im ersten Moment auch total klasse, bis wir zu zweit auf dem Balkon standen, der Oberboss zu uns raus kam und meinte, er muesse sich jetzt in unsere mitte stellen, und wir muessten mitspielen, wenn er gegenueber seinem Freund erwaehne, dass wir heute Nacht einen dreier haben wuerden. Martinas Gesicht war stocksteif, meines wutverzerrt. Offenbar konnte sie aber in meinen Augen lesen, dass ich kurz davor war, ihn vom Bolkon zu stuerzen, denn sie murmelte nur: 300 Dollar pro Tag, 300 Dollar pro Tag, durchatmen! Das taten wir und stuermten aufs Klo um uns abzureagieren. Das war der erste Moment in dem wir uns wie Huren fuehlten. Aber definitiv nicht der letzte.
In der Bezahlung von unfassbaren oben erwaehnten 300 Dollar pro Tag war auch das Partymachen in der Nacht inbegriffen. Die anderen wollten sich also auf den Weg machen, Martina und ich wollten noch kurz zurueck in den Speisesaal, als uns zwei Maenner ansprachen: "Ladies, was ist das hier fuer eine schraege Geschichte...?" Marsi und ich waren zuerst etwas uebefordert, weil wir nicht wussten wie viel wir erzaehlen durften, entschieden uns dann aber fuer die komplette wahre Geschichte. Dass wir weder personal Assistants seien, noch Prostituierte, sondern einfach nur Backpacker, die ein schweine Geld dafuer bekommen. Die beiden haben sich vor Lachen kaum noch einbekommen, meinten, dass sie schon seit 2 Tagen verzweifelt ueberlegen, ob sie uns irgendwie helfen sollten, uns aus den Fesseln der Sklaverei befreien, oder sonst irgendwas tun sollten. Wir unterhielten uns dann noch ein bisschen und kamen zur der gemeinsamen und sehr ernuechternden Erkenntnis, dass die Haelfte des Saales tatsaechlich glaubte, wir seien Huren und die andere Haelfte, wir seinen eingekauft (Was genau betrachtet, nicht unbedingt falsch ist..) Wir sind also am ersten Abend mit zwei Pakistani und einem Inder, alle um die 45, in kurzen Roeckchen und roten Lippen durch Cairns gelaufen und haben gebetet, dass uns niemand sieht :D Die Bar in die wir dann gingen, war Gott sei Dank so langweilig, dass kaum Leute da waren und im Grossen und Ganzen, wenn man sich einfach auf versautes Gerede und aehnliches einlaesst, war es doch ganz unterhaltsam. Am zweiten Abend wollte der Oberboss tanzen. Wir wollten eigentlich nicht, weil wir totmuede waren und die High Heels uns offenbar qualvoll umbringen wollten, doch wen interessiert was die bezahlten Maedels wollen? :D Also wurde getanzt. Als Oberboss dass allerdings einen offenbar indischen Move probierte, bei dem er seinen Oberkoerper schuettelte und seinen Kopf Richtung unsere Brueste bewegte, war fuer mich das tanzen vorbei und Marsi musste mich erneut an die 300 Dollar, 300 Dollar, erinnern.
Der letzte Abend war mein persoenlicher Favorit. Natuerlich nicht, weil mir ein BP-Chef ein Pony geschenkt hat, sondern weil es eine absolut unerwartete Nacht war.
Es war der Geburtstag eines der Ertraeglicheren und wir mussten ausgehen. Erst bestanden sie darauf in eine unserer Backpacker-Bars zu gehen, wo wir sie nicht mal mit hingenommen haetten, wenn sie uns mit dem Tod gedroht haetten, dann waren sie aber von der Idee eines Stripclubs mehr angetan. Der 45 Geburtstag eines Kollegen muss schliesslich ordentlich gefeiert werden. Martina und ich schauten sie unglaeubig an und fragten, ob sie da nicht lieber alleine hingehen moechten und meinte zu uns gegenseitig auf Deutsch, dass das wohl die defintiv merkwuerdigste Situation ever werden wuerde. Wir gingen also rein, liessen den Eintritt von schlappen 40 Dollar pro person zahlen und standen, zum zweiten mal in 3 Tagen, viel zu sehr aufgetusst in einer Menge aus Maennern. Als sie uns sahen waren sie sichtlich verwirrt ueber die Kleidung die wir trugen, nicht weil sie so speziell oder schoen oder haesslich oder was auch immer war. Sondern einfach WEIL es Kleidung war. Die Maedels auf der Buehne raekelten sich und die widerlichen Tpen gafften bescheuert. (Holla, wenn ich das so lese, muss ich zugeben, dass das heute nicht der bestformulierte Post ist.. :D ) Unsere Bosse bestanden darauf, dass wir uns direkt vor die Buehne setzen. Gut, warum nicht. Ich weiss nicht, wass sie sich versprochen haben, aber Brueste und nackte Hintern sind nicht soo spektakulaer fuer uns :D Als Oberboss einer Blondine dann allerdings Geld zusteckte und auf mich deutete, glaubte ich wirklich im falschen Film zu sein (glaubt es oder glaubt es nicht, aber wirklich erst zu diesem spaeten Zeitpunkt fing ich an, einem meinem sonst so glasklarem Verstand zu zweifeln). Ich bekam einen Lap Dance. Gott, ich kanns noch immer nicht fassen. Ich sass also da, und fing, weil ich etwas gelangweilt und vielleicht ein klitzekleinesbisschen ueberfordert war an, mit der Strpperin zu reden. Ich weiss jetzt jedenfalls, dass sie meine Bosse auch widerlich findet und dass sie studiert. Mehr konnte sie mir nicht erzaehlen, weil sie damit beschaeftigt war, ihren Kopf schwischen meine Beine zu schieben.

Ich kanns nicht fassen, dass ich das alles erzaehle.
Aber wenn ich es nicht gemacht haette, waere ich geplatzt.
Und daran elendig gestorben.
Und niemand will, dass ich sterbe.
Ich hoffe ihr habt es nicht gelesen.
Das mag ich schon oefter gesagt haben, und eigentlich habe ich gewollt, dass ihr es lest.
Aber heute... boah.. echt nicht. Bitte vergesst es wieder.

Dieser Beitrag braucht keinen Abschiedsgruss.
Ich habe sehr viel Geld verdient.
Und sehr viel Wuerde verloren.

Aber es war FUUUUUUUN!!! :D

Sonntag, 4. November 2012

Hostelhuren

Liebe Leute,

da man in Cairns nicht all zu viel machen kann, ohne dabei mehrere hundert Dollar auszugeben, die wir definitiv nicht haben, hab ich ein bisschen Zeit, um meinen Blog etwas oefter zu aktualisieren.

Martina und ich wollten uns an Halloween verkleiden und auf eine Party gehen. Ich hatte vorher in einem Second Hand Shop eine meeeeeegaaaaa coole Bluse gekauft, die Flatteraermel hat und mich so aussehen laesst, als kaeme ich grade vom Filmdreh fuer Film Saturday Night Fever. Ich liebe das Ding! Ich wollte also als irgendwas in die Richtung Hippie und Marsi als Vampir gehen. Als wir dann aber unsere franzoesischen Krokodile (Ich habe in einer Sms an Fabien geschrieben: Hey, french guys (..) see ya later, alligator. Daraufhin fragte er mich was ich mit "franzoesischen Krokodilen" meine :D ) trafen und feststellen mussten, dass Ludo total am Ende ist, weil seine Freundin, fuer die er nach Australien gekommen ist, jetzt einen neuen Kerl hat und ihn nicht sehen will. Und das schlimmste daran ist, dass Ludo so ein netter Kerl ist, dass er nicht mal sauer auf sie ist, sondern nur meint "Stupid situation". Drama. Jedenfalls keine Halloweenparty fuer uns, aber 2 Flaschen Wein fuer Ludo. Die wir dummerweise in der Oeffentlichkeit getrunken haben. Wobei uns dummerweise ein Securitytyp gesehen hat. Der uns gesagt hat, dass das dummerweise 650 Dollar kostet. Weswegen wir schlauerweise die Flasche eingepackt haben und abgehauen sind :D

Wir haben angefangen ein Spiel zu spielen immer wenn uns langweilig ist. "If I were you". Wenn sie mir sagt "Wenn ich du waere, wuerde ich bla bla bla machen", dann muss ich das machen, ohne Widerrede. Es macht unheimlich Spass. Meine Aufgabe war es jedenfalls, einen aelteren Kerl, der mit seinem ganzen Gepaeck in einem Einkaufswagen und einen alten Anzug tragend ins Hostel kam, zu fragen, warum er den Anzug trage. Er fing an, mir seine komplette Lebensgeschichte zu erzaehlen, dabei unglaublich nervoes mit seinen Haenden spielend. Das Ende der Geschichte war in etwa "Ach ja, und ich komme grade aus dem Knast." Meine Antwort war glaube ich irgendwas in die Richtung: Uahgfuuckooh, woraufhin ich dann auch ein bisschen Abstand gesucht und mich wieder zu den anderen gesetzt hab. Der Typ durfte uebrigens nicht im Hostel bleiben.. er war einfach zu schraeg.

Gestern hatten wir mit Fabien und Ludo unser erstes eigenes BBQ. Es war super lecker. Aber es haette auch eklig sein koennen, mit diesen Menschen kann es nur ein guter Abend werden :D

Okay, und jetzt zu einer wirklich merwuerdigen Sache.
Marsi und ich haben einen neuen Job. Es ist ein drei Tage Job und wir sind uns nicht ganz sicher, ob er serioes ist, oder nicht. Unsere Aufgabe ist es, reiche Oelfutzis auf Galas und Cocktailparties zu begleiten, dabei umwerfende Kleider zu tragen (die wir als Backpacker natuerlich immer dabei haben) und unglaublich charmant und witzig zu sein. Letzteres duerfte wohl kein Problem sein. Das liegt uns im Blut :D Aber Spass beiseite, wir sollen im selben Hotel uebernachten wie sie.. und wer weiss, vielleicht auch im selben Zimmer/ Bett :D Ich wollte sie per E-Mail fragen, ob wir die Kondome selbst mitbringen sollen, oder ob sie gestellt werden, aber Marsi hatte wirklich Schiss, also haben wirs gelassen :D

Wir werden jedenfalls gruendlich ueberlegen ob wir diesen Job annehmen... er ist wirklich gut bezahlt.. undwir koennen es in unserem Lebenslauf erwaehnen. Das macht Eindruck!
:D
Ich muss damit aufhoeren.

In unserem Hostel geht diese Geschichte jedenfalls schon rum und jeder fragt uns ob wir das eeeeecht machen und ob wir uns sicher sind.

Ich halt euch auf dem Laufenden.

Love

Donnerstag, 1. November 2012

Pictures

Bisschen spaet.. das hier ist eine Zeitung, die man jeden Tag kostenlos am Bahnhof in Sydney bekommt. Und Alex hat mir eine kleine Anzeige reingesetzt! :D Ich hoffe man kann es lesen. Thank you so much, Alex! Made my day :D

Wie ich schon gesagt habe... schwimmen is nich :D

Das Gras kann man nur sehen, wenn Ebbe ist ;)

Das hier ist Teil der neuen "Esplanade" in Cairns, ein Weg am Strand entlang, mit einer riesigen kostenlosen Poolanlage und zig Restaurants ;)

Palm Cove. Ein einsamer, riesiger Felsen im Meer.

Double Island. Einleuchtender Name :D



 Nochmal Palm Cove.







Sonntag, 28. Oktober 2012

Cairns

Hallihalloechen!

Nachdem unser Auto"kauf", nicht geklappt hat, haben Marsi und ich spontan beschlossen, Sydney zu verlassen und nach Cairns, in den Norden Australiens, zu fliegen.
Dass das mit vielen Traenen und einigen depressiven Stunden verbunden sein wuerde koennten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen. Wir feierten also an unserem letzten Wochenende nochmal mit Anne, Pete, Aylin und vielen anderen aus unserem Hostel. Wenn ihr mehr ueber dieses bemerkenswert unterhaltsame Wochenende wissen wollt, dann schaut mal auf Aylins Blog! Sie war naemlich im Gegensatz zu mir nicht zu faul viele viele Bilder hochzuladen ;)

http://aylinblog.wordpress.com/

Und nach dem Feiern kam dann das Weinen :D
Aber Marsi und ich sind jetzt darueber hinweg, von Anne und Pete getrennt zu sein und freuen uns auf Weihnachten, wenn wir uns hier in Cairns wiedertreffen und dann gemeinsam reisen. Yeha!

Marsi und ich haetten dann beinahe unseren Flug verpasst, weil wir mit dem Shuttlebus von meinem Hostel zum Flughafen fahren wollten, und er viel zu spaet kam. Wir sassen wie auf Kohlen hinter einer aelteren Frau, die, nachdem der Fahrer gefragt hatte, wann unser Flug denn ginge, das Gesicht verzog, ihre Finger kreuzte und mit einem miesen Laecheln auf den Lippen meinte :Good luck. Ich hatte kurz ueberlegt, ob ich mir ihre bloede Frauenzeitschrift schnappen und sie ihr ueber den Kopf zwiebeln sollte, aber die Nervositaet hat mich quasi gelaehmt.
Als wir dann graaaaade noch rechtzeitig ankamen und im Flieger sassen, durften wir mit Freude feststellen, dass in unserer Reihe ein Baby "sitzt". Oder liegt. Oder kackt. Ich bin nicht sicher, welches Wort am besten beschreibt, was es tat. Es hat jedenfalls gestunken, Krach gemacht und so genervt, dass wir anfingen uns grausame Moeglichkeiten zu ueberlegen, wie wir es am besten loswerden koennten. Wir haben den Flug mit Ach und Krach ueberlebt. Und fuer das Baby war es ebenfalls sehr, sehr knapp.

Cairns ist absolut nicht mit Sydney vergleichbar. Natuerlich ist das Klima ganz anders, es hat jeden Tag um die 30 Grad, die Sonne ist so stark, dass meine 50+ Sonnencreme versagt hat und ich unfassbar verbrannt bin. Alles erinnert an einen besseren Bade-/Urlaubsort in der Tuerkei Vor 30 jahren war das hier ein kleines, verschlafenes Staedtchen, wovon heute allerdings nichts mehr zu sehen ist. Es sind unfassbar viele Toursiten hier (wie auch wir :D), so viele Partymoeglichkeiten, dass man manchmal etwas vergeblich nach dem wirklich "Australischen" sucht. Aber um fuer ein paar Tage zu entspannen und die Straende zu geniessen ist es perfekt. (Auch wenn man hier nicht im Meer schwimmen sollte, ausser man will von Krokodilen und Jellyfishes qualvoll umgebracht werden.)

Okay, jetzt zu meinem Hostel. Es liegt ein bisschen ausserhalb, man laeuft ungefaehr eine halbe Stunde zum Strand und es ist wirklich ein nett, mit Pool, freiem Fruehstueck und grossen Betten. Das einzige, was mir wirklich ein kleines bisschen (Achtung! Untertreibung :D ) auf die Nerven geht, sind die unendlich vielen Deutschen hier! Wir haben ein 10-Bett-Zimmer gebucht, "MIXED", in der Hoffnung, dass wir mehr Kerle sind als Maedchen, weil es einfach unkomplizierter und lockerer ist. Aber nein, es waren anfangs nur Maedchen. Deutsche Maedchen. Deutsche bitchige, bescheuerte Maedchen. Marsi und ich hatten und haben eine Menge Spass mit ihnen :D Denn aus irgendeinem Grund scheint es sie fast umzubringen, Hallo, Guten Morgen und Wie gehts? zu sagen, geschweige denn zu laecheln. Und weil wir wissen, dass sie uns offensichtlich nicht ausstehen koennen und nicht reden wollen, bergruessen wir sie jedesmal ueberschwaenglich und quatschen sie voll :D kann man als Aussenstehender vielleicht nicht nachvollziehen, aber wir haben den Spass unseres Lebens mit diesen daemlichen Tussen :D
Vor 2 Tagen kam dann, Gott sei Dank, ein Kerl ins Zimmer, Yasu (?) aus Japan. Wir waren so gluecklich, als er durch die Tuer kam, dass wir erst einmal kreischten und einen Freudentanz auffuehrten. Er scheint jedenfalls direkt nach seiner Ankunft die australische "No worries"-Einstellung aufgesaugt zu haben, denn seine ersten Worte waren nicht "Hey, what's up?" sondern "Do you smoke weed? I have a lot. Just tell me if you wanna smoke." worauf ich nur meinte "Oh, thanks. Good to know :D" 

Gestern waren wir an einem Strand, an dem man tatsaechlich baden kann. Palm Cove. Der schoenste Strand an dem ich bisher war. Ich habe Bilder. Natuerlich. Allerdings auch mal wieder meine Kamera vergessen :D
Wir waren dort mit zwei Franzosen, die wir im Hostel kennengelernt haben... oder besser, die wir gezwungen haben, uns kennenzulernen. Da unser Zimmer so bescheuert ist, und wir kein Interesse haben, den Tag damit zu verbringen ueber Nagellacke und Haarpflege zu reden, haben wir uns Clement und Florent (willkuerliche franzoesische Namen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind sie richtig :D) ausgesucht und sie mit unseren ueberfreundlichen Heeeelloooos und How are you?s so lange genervt, bis sie schliesslich nachgegeben haben und unsere Freunde wurden. Die beiden sind sehr witzig, zum groessten teil deswegen, weil "Clement" kaum englsich spricht und "Florent", der nur ein bisschen besser in Englisch ist, ihn dolmetschen muss. Es ist so, als wuerde man den ganzen Tag Tabu spielen :D

Das wars auch schon wieder, wir muessen jetzt nach Jobs suchen.
Love you, see ya

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Lebenszeichen.

Hey hey, ihr lieben!
Entgegen aller Geruechte bin ich nicht von einem Bus ueberrollt oder von einem Eukalypten erschlagen worden!

Also, hier der Bericht von den letzten paar Wochen:

Ich hatte mein erstes australisches BBQ! Es wurde von meinen Bossen veranstaltet und fand im Company-Appartment statt. Es gab Unmengen an Essen. Steaks, ziemlich viel Lamm, tausende Salate und zur grossen Freude meiner 7 Zimmermitbewohner sehr viele Knoblauchsossen. :D Die Stimmung war richtig gut, was wahrscheinlich daran liegt, dass meine Kollegen einfach mega cool drauf sind. Erst als mein Boss dann angefangen hat Guitar Hero zu spielen, und alle anderen gnadenlos fertig zu machen, war das das Zeichen dafuer, langsam nach Hause zu gehen.

Was ich an Sydney liebe, ist das hier immer irgendwas los ist. Egal, du mitten unter der Woche abends durch den Hyde-Park spazierst und dich ploetzlich inmitten eines Food-Festivals wiederfindest oder ob die Sydney Swans das Pokalfinale gewonnen haben und deswegen eine gigantische Parade in der Stadtmitte veranstaltet wird. Es ist ein wirklich atemberaubendes Gefuehl, wenn du durch eine Menschmasse laeufst, alle rot und weiss gekleidet, die wie verueckt zu bruellen und jubeln anfangen, als sie die Stars ihrer Lieblingsmanschaft sehen (fragt mich bitte nicht, welches Spiel ueberhaupt gespielt wurde... ich glaube es war Rugby... aber keine Garantie :D)

Am Tag dieser Parade habe ich mich mit Selina, meiner Arbeitskollegin, verabredet und wir beschlossen das super Wetter (um die 28 Grad. Neidisch?) auszunutzen und zum Bondi-Beach zu gehen. Ganz offensichtlich waren wir nicht die einzigen, die diesen Gedanken hatten: Man konnte kaum Sand sehen, so viele verzweifelt nach Waerme lechzende Australier draengten sich an den Strand. Dort angekommen, trafen wir uns mit Andrea, die auch mal eine Kollegin von uns war, dann aber gegangen... wurde. Lange Geschichte. :D Wir lagen im Sand und wollten eigentlich auch ins Wasser, aber es hat sich so angefuehlt, als haette es lediglich
-100000 Grad und deswegen haben wir das gelassen.

Was ist noch passiert?
Oh ja, ich bin Opfer meines ersten Flashmobs geworden! Ich musste arbeiten. Also sprach ich brav die Leute mit "Helloooooo Ladieeeeees! Something for your skin?" an, gab ihnen Presentations und versuchte so viel von diesen doofen (aeh, wirklich sehr, sehr guten) Produkten zu verkaufen. Da kam ploetzlich eine Gruppe von ungefaehr 25 Leuten, alle etwa 20 Jahre alt, auf mich zu und nahmen mich in ihre Mitte. Ich war erstmal etwas verwirrt, was auch nicht besser wurde, als sich ein bloder Typ vor mir niederkniete, meine Hand nahm, und mich foermlich bat, ihn zu heiraten. Ich fing an zu lachen, schaute in die erwartungsvollen Gesichter der anderen und nahm dann mit theatralischer Geste seinen Antrag an. Die 24 anderen fingen wie wild an zu klatschen und zu jubeln und dann rannten sie davon. Ich warte immernoch auf seinen Anruf.. ich habe das Aufgebot bereits bestellt.

Vor ein paar Tagen wollten Anne, Pete und ich an einem Donnerstag in unsere lieblingsKaraoke-Bar, diesmal jedoch nicht, um zu singen, sondern um die "Topless Girls" zu bewundern, die jeden Donnerstag ihre nackten Brueste den verzweifelten Bar-Besuchern praesentieren. An jenem Tag musste ich 12 Stunden lang arbeiten, weil hier irgendein Arschloch irgendwann mal beschlossen hat, dass jeden Donnerstag die lange Shoppingnacht ist. Jedenfalls hat mich der Gedanke an arme, junge, barbusige, bemitleidenswerte Maedels den ganzen Tag am Leben gehalten.
Wir kommen also an, Pete und ich zeigen den super intelligenten Security-Typen unsere Ausweise, Anne zeigt ihnen ihre norwegische Bankkarte. "Was das?", fragt einer der beiden wortgewandt. "Der Beweis, dass ich 19 Jahre alt bin.", meint Anne. "Noe. Gilt nich.", meint der andere. "Geh heim, Maedel, und hol dein Ausweis, jawohl." Wir alle waren genervt. Als Anne dann aber anfing die beiden mit "Fuck you!!! Ich bin damit ueberall rein gekommen!! Fickt euch beide!!" zu beschimpfen und wir sie von den beiden wegziehen mussten, wurde uns schmerzlich bewusst, dass wir grade unsere Lieblingsbar verloren hatten... Aber das wars irgendwie wert :D

Gestern musste ich in Chatswood arbeiten, eine Gegend, wo die sau reichen wohnen, und wo unsere Manager glauben, dass man viel Zeug verkaufen kann. Falsch gedacht. Alle Leute, die in diese Shoppingmall kommen sind entweder 200 Jahre alt und brauchen beim besten Willen mehr als eine Feuchtigkeitscreme um wieder frisch und jugendlich auszusehen, oder es sind junge Muetter (wirklich jung. Ich weiss nicht, was das hier ist, aber keine Mutter sieht aelter aus, als 25. Kann aber auch sein, dass sie einfach alle Organi-Hautpflege-Produkte benutzen. Ja, das wirds sein.) mit ihren doofen Kleinkindern, die natuerlich keine Zeit haben, sich irgendwelche Cremes anzuschauen. Ich war also enormst gelangweilt und bin einfach mal ein bisschen in der Mall rumgelaufen, bis ich einen Tiershop gefunden hab!! Grausamerweise werden hier kleine Hundewelpen in Glaskaesten gehalten...
Ich bin also zu einer Mitarbeiterin gegangen und hab ihr gesagt, ich wolle gerne einen kleinen Labrador kaufen.
Mama, Papa, stellt euch vor, wir haben jetzt einen Hund!! Er darf doch in eurem Bett schlafen, wenn ich wieder da bin, oder?
Kein Witz, Mama.
Wirklich nicht.

Okay, doch.
Ich hab ihn nur ungefaehr 2 Stunden lang gestreichelt und geknuddelt und nur ein bisschen geweint, als ich ihn wieder hergeben musste. Morgen geh ich wieder hin ;)

Okay, und jetzt die traurigste Geschichte des Jahres. Marsi und ich haben eine Frau kennengelernt, die vor 4 Jahren selbst Backpacker war und uns ihren Kleinbus, den sie damals gefahren hat UMSONST geben wollte. Wir haetten ihn nur reparieren lassen muessen, was ihrer Meinung nach auf etwa 1000 Dollar gekommen waere. Das hier ist das Prachtstueck.

Leider Gottes hatte der Mechaniker, zu dem wir es dann brachten eine andere Meinung und teilte uns mit, dass der Motor komplett den Geist aufgegeben hat, und die Reparatur plus alles andere sich dann etwa auf 5000 Dollar erweitern wuerde. Es war wirklich zu gut um wahr zu sein... :(



Hier ein paar mehr Bilder.
Das hier ist die Aussicht von meinem Hostelzimmer.

Und dieses aufgeraeumte und kuschelige Raeumchen ist mein Hostelzimmer :D
Zu sehen sind Aylin, Eva und Siiiibaestschn.

Das hier ist die Aussicht, die wir beim Whalewatching hatten ;)


Das wars erstmal.

See ya.

Montag, 17. September 2012

Whale Watching

Hey heeeeey!

Mir ist aufgefallen, dass ich euch noch gar nichts ueber mein Hostel erzaehlt habe!

Mein Hostel (ich werde den Namen nicht nennen, ich hab naemlich keinen Bock auf irgendeinen Perversen, der das hier zufaellig liest und mich besuchen kommt :D ), liegt ziemlich zentral, neben dem Hyde-Park.
Es ist uralt, ziemlich abgefuckt und recht klein.
In den Toiletten gibt es winzige Waschbecken, die witzigerweise zwei getrennte Wasserhaehne fuer eiskaltes und kochend heisses Wasser haben.
Es gibt natuerlich auch Duschen, die aber meistens nur kaltes, bis lauwarmes Wasser hergeben, was besonders morgens echt ein Traum ist. Oh, und vor ein paar Tagen hat jemand in die Maennerdusche gekackt. Aber das nur nebenbei.
In der Kueche haengt ein Schild mit den Worten "Bitte nicht Mikrowelle und Toaster zur selben Zeit benutzen, denn sonst wird die Erde aus ihrer Umlaufbahn geworfen und wir werden Richtung Sonne geschleudert!"
Ausserdem gibt es einen riesigen Gemeinschaftskuehlschrank, in den man, in einzelne Taschen verpackt, sein ganzes Essen stellen kann. Ab und an findet man dann kleine Post-it-Zettel an die Tueren geklebt, auf denen "Fuck you, food thief! I curse you!" zu lesen ist, oder man findet seine mit Essen vollgepackte Tasche leer wieder, bis auf eine kleine Notiz mit den Worten "Danke fuer das gratis Essen. War lecker.".

Ihr seht, diese Hostels haben ihren ganz eigenen Charme :D



Am Sonntag hab ich mit Marsi und Pete Whale Watching gemacht. Wir sind erstmal ziemlich knapp losgelaufen, haetten dann fast das Boot verpasst, mussten zur naechsten Anlegestelle rennen und sind dann quasi auf das bereits fahrende, 5 Meter vom Ufer entfernte Boot aufgesprungen! (Da ich bei den Bundesjugendspielen einst eine Glanzleistung von sage und schreibe 90 cm im Springen hingelagt habe, koennt ihr euch nun denken, dass der letzte Teil meiner kleinen Schilderung erstunken und erlogen war.)
Wir fuhren also auf die offene See hinaus, und der Wellengang wurde heftiger und heftiger. Wir wurden auf Deck (?) hin und hergeworfen, sind wieder aufgestanden, rannten von Seite zu Seite, um Wale zu sehen, und wurden wieder umgeworfen. Was ein Spass! :D
Irgendwann hat Pete sich dann, kreidebleich im Gesicht, von uns verabschiedet und ist, wie er uns erklaerte, als wir nach 3 Stunden wieder sicher im Hafen angelegt hatten, mal eben aufs Klo und sterben gegangen.

Damit ihr euch die Atmosphaere besser vorstellen koennt:

Du stehst an Deck (?) (Diese bescheuerte Seemannssprache), ueber die Reling gebeugt und beobachtest das in der Sonne glitzernde Wasser. Nur ein kleiner Sprung trennt dich von dem Gefuehl von kaltem, klaren Salzwasser auf deiner Haut. Du lauschst dem ewigen Rauschen der Wellen und den fernen Rufen der Moewen, die ueber die Wellen gleiten, dies alles lediglich unterbrochen von dem Klang wuergender Menschen, die sich ueber die Reling gebeugt die Seele aus dem Leib kotzen.

Und natuerlich haben wir Wale gesehen! Sie sind gesprungen und haben sich gedreht und waren einfach atemberaubend! Ich hab eine halbe Stunde lang verzweifelt versucht Bilder zu machen, aber ich war defnitiv zu doof dafuer. Wenn ihr also ein Bild von einem springenden Wal sehen wollt, dann fragt meinen alten Freund google. Er wird euch sicher weiterhelfen.



Das wars auch schon wieder. Es gibt nicht mehr zu erzaehlen. Ha. Das is eine Luege. Es gibt unendlich viele andere Dinge zu erzaehlen, aber ich glaube, es wuerde euch langweilen, einen 1000 Seiten langen Blogeintrag zu lesen.. oder besser: mich wuerde es langweilen, ihn zu schreiben.

Ich geh jetzt Kakadus fuettern.

See ya.

Mittwoch, 12. September 2012

Nix passiert.

Hey Leute!

Haette heute eigentlich arbeiten sollen, aber mein Boss schreibt mir immer mal wieder spontane Sms mit "Ups, Plan falsch gelesen. Du hast frei." oder "Hoppla, also, du muesstest in 10 Minuten eigentlich doch zur Arbeit kommen."
Zuverlaessigkeit wird hier nicht wirklich gross geschrieben, aber damit kann ich bestens umgehen :D


Anne, Marsi und ich haben vor ein paar Tagen einen ABARTIG guten "Strassenkuenstler" getroffen!
Sein Name ist Gavin Locke. Er hat frueher professionell Rugby gespielt, hat das aber fuers Gitarre-Spielen aufgegeben und spielt seitdem ueberall wo er Lust und Laune hat.
Letztes Jahr hat ihn ein Deutscher hier auf der Strasse spielen sehen und ihn auf diversen Festivals in Deutschland auftreten lassen!
Wir haben uns etwa eine Stunde lang mit diesem unheimlich coolen Typen unterhalten, er hat uns immer wieder was vorgespielt und uns gezeigt wie er das so macht.

Ich kann euch nur waermstens empfehlen euch den guten Gavin mal ganz in Ruhe zu geben!

www.gavinlocke.com.au


... und irgendwie.. ist nicht mehr passiert, was ich erzaehlen koennte. Die Arbeit frisst mein Privatleben :D Aber nur noch fuer ein paar Wochen, dann wollen Marsi und ich in den Norden fliegen und die East Coast runterfahren. (Falls alles so klappt, wie wir uns das vorstellen :D ) Aber dazu mehr, wenns wirklich soweit ist.


Liebe euch alle sooooo much und vermiss euch und denk an nichts anderes als an euch und ich geniesse mein Leben hier ueberhaupt nicht, weil ihr alle nicht da seid und alles bloed ist ohne euch.
Haha.

See ya.

Dienstag, 4. September 2012

Crazy People

Hallo meine lieben Freunde, und ihr anderen, die ihr das hier lest.

Es gibt zwei Gruende, warum ich so lange nichts mehr hier gepostet habe:
      1.: Ich arbeite jetzt.
und 2.: Ich hatte keinen Bock.

Aber heute hab ich frei und ich hab mich aufgerafft und kann euch deswegen von meinem umwerfenden Leben hier erzaehlen.

Am besten ich fange mit meinem Job an.
Mein Boss nennt das, was wir jeden Tag von 9 bis halb 7 machen liebevoll "Promotion". Mir wuerden spontan andere Dinge einfallen, um meine/unsere Taetigkeit zu beschreiben, aber man darf sich ja nicht beschweren :D
Man trifft beim Verkaufen von unfassbar teueren Organischen Beauty Produkten von Organi (www.organi.com.au ! Schauts euch an, kommt vorbei und kauft bei MIR ein :D ) unglaublich viele Menschen, die entweder total nett sind, total bescheuert sind, total unfreundlich sind oder total crazy sind. Ich kann also nur sagen: I love my job! Und die witzigen und crazy Menschen, die man trifft, machen die Tatsache wieder wett, dass man am Tag 9 Stunden ununterbrochen laecheln muss. (Es treibt mich in den Wahnsinn.)

Wo ich grade von crazy Menschen geredet habe... in Sydney gibt es auffallend viele Verrueckte. Das kann ganz unterhaltsam sein, manchmal aber auch schockierend bis gruselig.
Ich gebe euch nun drei kurze Beispiele, angefangen bei dem am wenigsten Verrueckten, bis hin zu meinem persoenlichen Liebling. Have fun:

Nr.3:
Ich laufe durch den Park. Mir laeuft ein alter Mann entgegen, der nicht wie erwartet ein wenig zur Seite geht, damit wir ohne Zusammenstoss aneinander vorbei laufen koennen. Er laeuft also direkt auf mich zu, bleibt 20 cm vor mir stehen, schaut mich an und faengt absolut ungehemmt an zu lachen. Ich bin etwas verwirrt, frage ihn worum er denn lache und als Antwort bekomme ich ein "Oh. Es ist nur dein Gesicht."
Zu meiner grossen Verwunderung konnte ich den Drang ihm ins Gesicht zu schlagen problemlos unterdruecken... was ich jetzt irgendwie bereue.

Nr.2:
Ich sitze mit Marsi auf einer Bank. Neben mir ein merkwuerdiger Typ, den wir nicht weiter beachten.
Er: Wo kommst du her?
Ich: Deutschland.
Er: Ich kenn das Wort "Strudel".
Ich: Schoen fuer dich.
Er: Du darfst mir einen blasen.
(Dieser dezente Themenwechsel hat mich ein klein wenig ueberrascht.)
Ich: Ehrlich? Oh mein Gott, vielen Dank!
Und mit diesen Worten und einem sinnlich dahingehauchten "Fuck you" rauschten sie von dannen.

Nr.1:
Ihr erinnert euch an Moto? Der Typ in meinem Zimmer, von dem wir nicht wussten woher er kommt? Tja, er kommt aus Japan und ist absolut durchgeknallt.
Er lebt, genau wie wir 7 anderen, in einem 8-Bett-Zimmer in einem alten, lauten Hostel in der Partygegend von Sydney. Doch da der gute Moto jeden Morgen um 4 aufstehen muss knippst er um halb 8 am Abend das Licht aus und will schlafen. Wir anderen, die wir lesen, quatschen, sonst was machen, stehen also auf, schalten das Licht wieder an, sagen zu Moto, von dem wir dachten er spreche kein Englisch, mit extrem vielen Gesten und sehr sehr langam: Nein Moto, das Licht bleibt an. Du musst lernen auch im Hellen zu schlafen.
Tja.. und vor zwei Tagen ist der kleine Moto dann ausgetickt. Er sitzt um 8 in seinem Bett, fertig zum schlafen, und wir boesen anderen wollten einfach nicht den Mund halten. Da fing er an auf japanisch zu fluchen, schmiss erst mit einer Klopapierrolle auf Anne, dann mit einem Wasserglas auf uns alle. Was jetzt im Nachhinein ziemlich witzig klingt (vor allem wenn man sich einen kleinen Japaner (ich will an dieser stelle keineswegs rassistsich klingen! Er ist klein. Und er ist Japaner.) vorstellt, dessen Ader am Hals derart anschwillt, dass man denkt sie muesse jeden Moment bersten und der seine rechte Faust in seine linke flache Hand schlaegt und flucht und zappelt), war in dem Moment, als es passiert ist, keineswegs amuesant. Wir sind also zur Rezeption gerannt, haben der "Rausschmeissfrau" gesagt, dass ein Verrueckter Glas auf uns wirft, und Moto wurde gegangen :D Bevor er allerdings das Zimmer komplett verlassen hatte, knallte er uns ein "I kill you!!!" entgegen und deutete dabei auf jeden einzelnen von uns. Uah, Gaensehaut!



Aber jetzt genug von Leuten mit Dachschaden.

Ich bin zu einem noch groesseren Arschloch geworden und habe tatsaechlich eine Kangaroo-Pizza gegessen... und sie war nicht mal gut. Ich hasse mich so sehr.

Ausserdem gibt es hier etwas das sich "Vegemite" nennt. Es sieht aus wie Nutella, schmeckt aber keineswegs wie Nutella. Es ist salzig und unbeschreiblich eklig, wenn man es das erste mal isst. Aber mit ein bisschen Ueberwindung gewoehnt man sich dran und lernt es lieben. Ich werd vermutlich einen ganzen Koffer davon mitbringen! Freut euch schon mal :D


Ausserdem war ich bei der "Anti-Whaling"-Demo, von der ich erzaehlt habe. Es waren allerdings nicht mal annaehernd so viele Menschen da, wie wir erwartet hatten. Aber es war trotzdem cool die ganzen krassen Aktivisten zu sehen und das Boot (?) der Sea Shepherds, auf dem man eine kostenlose Tour machen konnte.


Was gibts sonst noch?
Hm.. oh! Australien ist vermutlich das einzige Land in dem der Satz "Wenn du mit einem Laecheln durch die Welt gehst, laechelt die Welt auch zurueck" wirklich zutrifft! Ich hab das getestet und bin mit einem strahlenden Grinsen an 1000 Menschen vorbeigelaufen und alle zwinkern einem zu, strahlen zurueck, gruessen dich! Wuerde man sowas in Deutschland machen, koennte man beobachten, wie die Leute erst sichtlich verwirrt reagieren, sich dann an die Nase fassen, um zu pruefen ob ihnen irgendwas im Gesicht haengt und dann kopfschuettelnd weitergehen wuerden.

Das Wetter in Sydney ist nicht so bombig. Heute und auch gestern waren gute Tage, viel Sonne und so. Aber im Grossen und ganzen wird es Zeit, dass ich Richtung Norden weiterziehe, wo es angenehm bis unangenehm warm sein wird ;)


So, das wars erstmal. Wenn mir spaeter nochwas einfaellt, ist das ziemlich bloed, denn bis ich wieder hier bin, hab ichs schon wieder vergessen :D

Love you, see ya.

Dienstag, 28. August 2012

Ueberwindung

Hey hey, guys!

Ich bin umgezogen!
Mein neues Hostel ist um die Haelfte billiger als Wake up!, was der entscheidende Beweggrund war, dorthin zu ziehen, aber dennoch werde ich das Wake up, wake up, wake up! vermissen! :D

In meinem neuen Zimmer wohnen keine Freaks, und ich gebe zu, ich bin fast ein bisschen enttaeuscht. Da war dieser gewisse Nervenkitzel, ob in der Nacht vielleicht ein klitzekleiner Mord passiert oder nicht. Aber was solls.

Meine neuen Roommates sind aus Norwegen (natuerlich), aus Deutschland (es ist unglaublich, wie viele Deutsche man hier trifft! Da fliegt man um die halbe Welt, um die doofen Gesichter nicht zu sehen, und dann gibts hier mehr Deutsche als in Germany :D ), aus Hongkong (sie spricht nicht. Ich denke, sie hasst Menschen. Oder mich.) und aus Frankreich (sein Name ist Florent und er hat diesen wundervollen Akzent und wenn er flucht (wir haben ihn dazu genoetigt) hoert es sich an, als wuerde er dir seine Liebe gestehen! Grossartig.). Tatsaechlich haben wir noch einen weiteren Mitbewohner, wir wissen allerdings nicht wo er herkommt, denn alles was er auf Englisch sagen kann ist "Hi" und "Fuck". Beim Haendeschuetteln hat er mir ein "Moto" an den Kopf geworfen, ich bin nicht sicher ob es sich hierbei um seinen Namen oder um ein Schimpfwort handelt.. also hab ich mal gelaechelt.

Pete und Anne schauen jeden Tag eine norwegische Soap (sie wollten nicht damit aufhoeren, nur weil sie jetzt in Australien sind) und uebersetzen die spannendsten Stellen fuer mich. Stellt euch vor! Der Typ hat mit seiner Schwester geschlafen!!!! Mit seiner eigenen Schwester!!! Es ist so spannend, dass ich beschlossen habe norwegisch zu lernen.
Und wir sollten damit beginnen, ein neues Wort in die deutsche Sprache einzufuehren. Naemlich Utorst (das o ist eigentlich noch durchgestrichen, aber der Pc kann das nicht). Es bedeutet "nicht mehr durstig". Ein Wort, das Deutschland dringendst braucht. Also verbreitet es, Leute! Erzaehlt es euren Freunden, eurer Familie, euren Nachbarn und macht ganz nebenbei Werbung fuer meinen Blog! Haha! Gut.

Gestern war ich mit Marsi mal wieder in der Stadt unterwegs und wir haben die ganzen Dinge erledigt, die man nicht machen will, aber machen muss, aber immer wieder aufschiebt, weil man sie nicht machen will, aber dann doch macht, weil man sie machen muss.
Wie zum Beispiel bei diversen Farmen anrufen und fragen, ob sie interesse an einem "Willing Worker on Organic Farms" haben. 10 Farmen hab ich angerufen. 2 haben geantwortet. 1 hab ich verstanden. Der Typ von der anderen Farm hatte einen derartigen Slang, dass ich nicht wusste, ob er mir Fragen stellt, oder Aussagen macht. Ich hab also gelaechelt (hoechst geistreich am Telefon, ich weiss) und genickt (ja, manchmal begreife ich etwas langsam) und zu alles "Yes" gesagt. Ich bin fast sicher, dass ich ihm meine Seele verkauft hab... laechelnd und nickend.

Tja und heute hab ich Marsi bei ihrer "Familie" besucht. Der Vater ist ein grummeliger, sehr sehr sehr netter Mensch, der merkwuerdigerweise in die Dunstabzugshaube raucht, anstatt einfach auf die Terrasse zu gehen. Die Mutter habe ich nur sehr kurz gesehen, aber in den 5 Minuten, in denen sie da war, hat sie mich direkt zu einer Anti-Walfang-Demo eingeladen, die wohl am Sonntag stattfindet.
... Ich wisst wo ihr mich am Sonntag findet.

Jetzt muss ich aber Schluss machen, gleich faehrt mein Bus zurueck in mein wundervolles neues ziemlich altes Hostel! Wuhu!

See ya later.


P.S: Ich war in einer Karaoke-Bar. Und ich habe gesungen. Und ich habe High School Musical gesungen. Und es waren sehr viele Menschen da. Und ich hatte den Spass meines Lebens. :D (Es hat mich einige Ueberwindung gekostet, das jetzt hier zuzugeben.)

Freitag, 24. August 2012

Fortsetzung

Wake up, wake up, wake up!

Soo heute kann ich meine Blue Mountains Geschichte zuende erzaehlen!
Die wundervollen Norweger haben mir ihren Pc geliehen, yeha!


Also, Blue Mountains.

Smokey erzaehlte also diese reizende Geschichte und die ganze Gruppe schwieg erst einmal ehrfuerchtig. Als sich dann alle wieder gefangen hatten und sich diverse Leute diverses Traenchen aus dem Augenwinkel gewischt hatten (defintiv nicht ich.), teilte Smokey uns mit, dass wir die 900 Stufen, die wir mit Leichtigkeit hinabgestiegen waren auch wieder hinaufsteigen wuerden. Und wenn ich sage "Stufen", dann meine ich 70cm hohe Monsterstufen, so steil, dass man bei jedem schmerzhaften Schritt denkt, sterben zu muessen! :D Julia, dich ich im Bus kennengelernt hatte, und ich beschlossen nach ungefaehr 300 "Stufen" zurueckzubleiben und elendig auf dieser scheiss Treppe zu verenden. Es war schon alles beschlossene Sache, wir prueften unsere Wasservorraete und machten uns aufs Sterben gefasst, da zerstoerte ein sich den Bauch haltender Smokey unsere Plaene und befahl uns weiter zu kriechen.

Wieder auf dem Parkplatz angekommen, stiegen alle wieder in den Bus. Ein Franzose hielt es dann aber fuer noetig Smokey nach den hiesigen Spinnen zu fragen und ob sie wirklich so gefitig und schrecclich und boese seien, wie man ueberall liest. Smokey laeuft los (ein etwas ungutes Gefuehl macht sich breit), Smokey findet einen "passenden" Baum (ein sehr ungutes Gefuehl macht sich breit), Smokey reisst ein Stueck Rinde vom Baum (ein wenig Verwirrung macht sich breit), Smokey kommt mit der Rinde in der Hand zurueck (Panik macht sich breit), Smokey zeigt uns eine fast handtellergrosse Spinne und haelt sie uns ins Gesicht. (Panik waere an dieser Stelle sicherlich die Untertreibung des Jahrtausends). Die Spinne, genannt Huntsman (ich musste sofort an Kristen Stinkie Stewart denken, hihi.), krabbelte auf Smokeys Hand herum und er teilte uns freudestrahlend mit, dass die einem ja garr nichts tun wuerden, wenn man sie nicht aergert. Tja, was soll ich sagen? Dann wars fuer mich vorbei und ich bin zurueck in den Bus. Einige haben Bilder von der "kleinen" Huntsman gemacht. Ich hab fast gekotzt. So spielt das Leben.



Oh ja, ich wollte erzaehlen warum ich Smokey liebe!

1. Er hat lange blonde Haare und traegt Cowbyhuete (jeder der von meiner Schwaeche fuer Bret Michaels weiss, weiss, dass das der OBERHAMMER ist)

2. Er erklaert dir, wie du dich bei Spinnen und Schlangen verhalten musst, um nicht zu sterben. (Sowas is ja immer irgendwie nuetzlich)

3. Er hat vor 20 Jahren einem Aborigine geholfen, der sich im Busch das Bein gebrochen hatte, wurde deswegen von den Aborigines aufgenommen und in ihre Kultur eingeweiht und verbringt seitdem jedes Jahr mindestens 3 Wochen bei ihnen im Outback.

4. Er reisst richtig schlechte Witze und beschwert sich, dass niemand lacht. Und er erzaehlt richtig gute Geschichten, die er von den Aborigines hat.

5. Hab ich schon erwaehnt, dass er blonde lange Haare hat und Cowboyhuete traegt?


Gut! Genug von den Blue Mountains!
Es is noch so viel mehr passiert!


Zum Beispiel in meinem 8-Bett-Zimmer. Der schraege Typ, ihr erinnert euch vielleicht, wird von uns jetzt nur noch Crazy-Pete genannt! Anne (meine norwegische Freundin) hatte vor ein paar Naechten ein bisschen Spass mit einem Kerl und Crazy-Pete hat sie dabei beobachtet!! Als sie ihn dan fragte, was zur Hoelle er da mache, meinte er er wolle aufs Klo. Wohl kaum. Er beobachtet uns wenn wir uns umziehen, er hat eine fuuuuuuuurchtbar hohe gruselige Stimme!! :D, er ist 37!!!!!!! Jahre alt! und wohnt seit ungelogen 18 MONATEN in diesem Hostel, diesem Zimmer, diesem Bett!!! Wenn die ganzen Freaks weg sind, verarschen Peter, Anne und ich ihn immer... aber ich glaube wir muessen damit aufhoeren... vielleicht hat er ueberall Wanzen angebracht... und dann, wenn wir ihn richtig boese gemacht haben, bringt er uns alle um!

Der Typ aus Irland ist ausgezogen, weil ihm Sydney zu kalt sei und er wuerde mal schauen was im Norden so abgeht. Das heisst, ein freies Bett. Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein zweiter Crazy-Pete einzieht? Minimal, ja, das wuerde ich auch sagen. Aber was soll ich sagen? Wir sind Glueckspilze und haben jetzt ach noch einen Crazy-Martin :D
Es ist wirklich witzig hier.

Vor zwei Tagen war ich mit Peter in der Stadt unterwegs, wir haben uns den Chinese Garden angeschaut (ich bin begeistert!)



 und uns mit unseren kleinen Gutscheinen gratis Oeko-Taschen aus einem Supermarkt geholt.
Und an dieser Stelle lasst euch gesagt sein, mit "holen" meine ich stehlen! Ihr habt Sydney nicht richtig erlebt bis ihr eine Gratistasche aus einem Supermarktbuero klaut und dabei einen auf Tom Cruise in Mission Impossible macht :D


So, dann komme ich jetzt zum, glaube ich, ereignisreichsten Tag den ich bisher hier hatte.
Gestern hab ich mich mit Marsi, die ich am Flughafen kennengelernt habe, am Hafen getroffen und wir sind mit einer Faehre nach Manly gefahren, wo es einen wundervollen Strand und eine echt schoene, ja, Fussgaengerzone (?) gibt.

 
 
In dieser Fussgaengerzone sass ein Strassenmusiker mit seiner Gitarre und hat so schoen gesungen, dass wir ihn einfach fragen mussten, ob wir ein Video von ihm machen duerften. Sein Name ist Daniel Acheson und er veroeffentlicht bald sein erstes Album und WIR HABEN IHN SCHON VORHER GESEHEN UND MIT IHM GEREDET! :D Okay.
 
Nachdem Marsi und ich uns ordentlich ausgequatscht hatten fuhren wir zurueck und sie stieg, nach einigen Bushaltestellen-Problemen, wie sie mir heute schrieb, ihn ihren Bus nach Hause. Ich ging zurueck ins Hostel wo Peter und Anne schon fix und fertig zum Ausgehen waren. Wir setzten uns in einen kleinen Park, tranken dort hoechst illegalerweise Wein und wurden prompt von einer "Jesus loves you"-Gruppe angesprochen, die Tee an Obdachlose verteilten. Aus diesem kurzen Ansprechen entbrannte dann eine 2 Stunden dauernde Diskussion ueber Gott, die Bibel, die Kirche usw! Wir hatten unendlich viel Spass! (Mir wurde es dann allerdings zu viel, als Ross, dessen Frau angeblich das Reaktorunglueck in Fukushima gesehen hat, bevor es passiert ist, behauptete, es habe NIEMALS Dinosaurier gegeben und Charles Darwin sei ein Luegner und Gotteslaesterer gewesen.)
 
Wir packten also unsere Sachen und wurden mit den Worten "Wir beten fuer euch" verabschiedet. Nach einer Stunde in der Sidebar wurde Anne dann hinausgeworfen, weil der Managerin nicht gefallen hat, wie sie tanzt, Peter wurde von drei Kerlen angegraben und ich war einfach nur gluecklich :D
 
 
 
See ya.

Donnerstag, 23. August 2012

Blue Mountains

Hey guys!!


Ihr wollt ein Kanguru?? Hier habt ihr eins! :D Es ist nicht tot, es haelt sich nur die Augen zu, waehrend es schlaeft.

 
Ihr wollt einen suessen Koala? Bitteschoen, da habt ihr ihn!! 
 


 
 
 
 
Einen Tag spaeter, nach dem Zoobesuch, bin ich mit einer kleinen Gruppe von Leuten in die Blue Mountains gefahren. Blue deswegen, weil die Blaetter der Eukalyptusbaeume blaeulich schimmern. Der Ausblick von den Besucherplattformen war schon der helle Wahnsinn!!
 
 
Aber als uns Smokey (so hiess unser Guide, in den ich uebrigens wahnsinnig verliebt bin! warum, erzaehl ich gleich.) durch den Wald, an Felsen entlang zu den Wentworth Waterfalls und zu den Katoomba Falls brachte, konnte keiner aus der Gruppe mehr etwas sagen. Es mag uebertrieben klingen, doch ich glaube das war mit das schoenste, was ich je sehen durfte.
 
 
Wir haben natuerlich auch die Three Sisters gesehen, zu denen Smokey, der vor einiger Zeit unter Aborigines gelebt hat, uns eine kleine Geschichte erzaehlt hat:
 
 
"Es war einmal ein weiser Mann, mit einem magischen Kanguruknochen, mit dem er zaubern konnte. Dieser Mann hatte drei Toechter und eine Frau. Eines Tages kam die Frau zu ihn und sagte: Mann, jetzt passt du mal auf die Kinder auf, und mit diesen Worten verschwand die Frau. Der Mann war ueberfordert, war aber zuversichtlich, da er ja seinen Zauberstab hatte. Er ging zur Jagd, nahm seine Toechter mit und befahl ihnen, auf dem Fels zu bleiben und zu spielen, bis er wiederkaeme. Er ging zur Jagd, kam wieder, doch seine Toechter waren nirgends zu sehen. Er wartete und wartete, bis die Toechter angelaufen kamen und zu ihm sagten, sie seien nur auf der anderen Seite gewesen, um dort zu spielen. Am naechsten Tag nahm der Vater die drei wieder mit zur Jagd, befohl ihnen wieder auf dem Fels zu bleiben und wurde wieder von ihnen enttaeuscht, als er sie von der anderen Seite herueberlaufen sah. Am dritten Tag nahm er sie erneut mit und befohl ihnen auf dem Fels zu bleiben., wenn sie nicht taeten, was er sagte. Er gab vor zur Jagd zu gehen, doch folgte seinen Toechtern heimlich. Und wie er so erfuhr, gingen die drei keineswegs nur auf die andere Seite, sondern hinab ins Tal, wo drei junge Maenner auf sie warteten. Der Vater war erzuernt, doch wollte sich nicht des Spionierens bezichtigen lassen. Also gab er den Toechtern noch eine Chance, drohte ihnen diesmal jedoch eine schlimme Strafe an, sollten sie nicht tuen wie ihnen geheissen. Und die Toechter missbrauchten sein Vertrauen erneut. Da schwang der weise Mann seinen magischen Kanguruknochen und verwandelte seine drei Toechter zu Stein. Seitdem sind die "Three Sisters" gezwungen fuer immer und ewig an dem Platz zu bleiben, an dem sie laut ihres Vaters sein sollten."
 
 
 

 
 
Huch, hab keine Zeit mehr! See ya!