Nachdem wir Sydney nach einer grossartigen Woche wieder verlassen "mussten", ging es weiter in Richtung Melbourne.
Auf dem Weg lag "Pigeon House Mountain", ein ziemlich hoher, schwer zu besteigender Berg, den Pete irgendwo in unserem Lonely Planet entdeckt hat. Nach ziemlich heftigen Diskussionen, in denen Pete beeindruckend seine Verkaeuferqualitaeten bewies, wurde also beschlossen, dass wir das Monster besteigen. Wir liefen 5 Minuten, bis der erste von uns aufgab. Es dauerte Stunden bis wir ganz oben waren, aber die Aussicht war es definitiv wert! (Es existiert von diesem Ausflug leider nur ein Foto, und das zeigt Anne und mich angewiedert auf die Pisse-Pfuetze von Pete starrend, nachdem er mitten auf den Weg gepinkelt hatte)
Doch dieser wundervolle Wander-Tag war noch nicht genug. Pete und mich hatte das "Wir sind in Australien also muessen wir auch in der Natur sein"-Fieber gepackt und so beschlossen wir eine Over-Night-Hiking-Tour zu machen. Wir fuhren also in den absolut wunderschoenen Nationalpark und planten mit der grummeligen Frau an der Rezeption unseren Weg. Es handelte sich um einen riesigen Kreis, dessen letztes Stueck wegen starkregen in 2011 gesperrt war. Wir dankten der Frau, nahmen die Karte und entschieden, dass es total bescheuert sei, fast den ganzen Kreis zu laufen und dann den selben weg wieder zurueck zu nehmen. Der gesperrte Weg kann ja nicht wirklich komplett gesperrt sein, immerhin war das ja nur Wasser. Wir schleichen uns einfach rein und schwupps, sind wir wieder am Anfang des Kreises. Dachten wir. Wir liefen 5 stunden am ersten Tag, sahen, ungelogen, die schoensten Straende meines ganzen Lebens, schlugen unser Zelt auf und genossen unser Leben. Als ich am naechsten morgen allerdings aufwachte und eine Handteller, HANDTELLERgrosse Spinne direkt ueber meinem Gesicht baumelte und Pete wie ein gestoerter gegen die Zeltwand haemmerte um sie "haha" auf mich fallen zu lassen, wusste ich, dass Unheil in der Luft lag. Ausserdem regnete es. Noch eindeutiger konnte es gar nicht sein: Wir haetten umdrehen sollen. Aber nein, wir liefen weiter, 5 Stunden, bis zu der gesperrten Stelle. Wir stiegen also ueber die Absperrung und... tadaaa... wir hatten einen gewaltigen Denkfehler gemacht: Wenn der Weg seit 2011 gesperrt ist, hat auch seit 2011 niemand die Pflanzen ein klein wenig.. gestuzt. Der Weg, von dem wir fest ueberzeug waren, dass wir auf ihm laufen konnten, war nicht mehr existent. Fakt ist, dass wir an jeeeeneeem Tag (Blitz und Donner an dieser Stelle), besagte 5 Stunden hin und 10 Stunden (!!!) wieder zurueck gelaufen sind! Insgesamt also 15 Stunden rennen und kriechen, weil Anne und Martina auf dem Campingplatz am Anfang auf uns warteten und die "Waldpolizei" gerufen haetten, wenn wir nicht zur besagten Zeit wieder da gewesen waeren. Unser Wasservorrat war schon am ersten Tag erschoepft, also tranken wir aus dreckigen Baechen. Der Weg war unterbrochen von... Wasser. Also wateten wir durch eiskaltes Nass. Wir fanden ein Wombat und kreischten wie kleine Kinder, weil es so goldig war, bis es Pete anknurrte, als wolle es ihn toeten. Da entschieden wir, es ist doch nicht sooo suess. Wir kamen also nach 15 stunden, durstig (Untertreibung des Jahrthunderts), stinkend (Untertreibung des jahrtausneds) und weinend (kein Witz) beim Auto und den beiden Maedels an, und hatten erst einmal einen emotionalen Break-Down. Aber so im Nachhinein wars dann doch ganz witzig.
Tja, und jetzt sind wir in Melbourne.
Wir checkten am Anfang ins Elephant Hostel Melbourne ein, doch nachdem wir feststellten, dass es keine Waende gibt und sich jedes Schnarchen 8 "Kabinen" weiter so anhoert, als wuerde derjenige 3 cm neben deinem Ohr schlafen, checkten wir schnell wieder aus.
Wir fuhren die Great Ocean Road entlang und sahen die 13 Apostel, die live noch viel schoener sind als auf Fotos.
Dann buchten wir ein anderes Hostel, in dem wir eine Woche bleiben konnten, bis sie uns rauswarfen weil sie Bierflaschen in unserem Zimmer gefunden hatten. Dann ein anderes Hostel, dann wieder das zweite Hostel. Okay.
Sonntag, 28. April 2013
Montag, 18. März 2013
East Coast 2
Nach den goldigen Schildkroeten fuhren wir weiter nach Maryborough. Eine ziemlich alte, ziemlich kleine Stadt, deren Highlight eine 1 Meter grosse Statue von Mary Poppins ist. Unser Plan war, nur kurz zu halten, uns ein wenig umzuschauen und dann wieder zu verschwinden. Aber nix da. Da wir unheimlich Glueck mit dem Wetter hatten und uns unsere Reise von staendigem Regen versuesst wurde waren wir wegen gefluteten Highways gezwungen drei Tage in Maryborough zu verbringen. Wir buchten also ein Motelzimmer (keine Hostels weit und breit, Campingplaetze geflutet) und genossen stumpfsinnige TV-Shows und Federbetten.
Als wir dann schliesslich mitbekamen, dass die Highways wieder offen seien, packten wir so schnell wie moeglich unser Zeug und fuhren los. Auf nach Hervey Bay, einem wirklich suessen kleinen Staedtchen mit viel Strand und vielen Rentnern. Wir schnappten uns unser Abendessen und setzten uns an den Strand als ploetzlich ein etwa 40 jaehriger Mann mit zwei zuckersuessen Hunden vorbei kam. Wir Maedels stuerzten uns auf die Hunde, waehrend Pete ein bisschen Smalltalk machte und dem Typ erklaerte, dass wir alle drei einen mittelschweren Gehirnschaden haetten. Das Gespraech dauerte an und wir erfuhren, dass er geschieden war (relativ frisch). Als er uns fragte, wo wir die Nacht ueber schlafen wuerden, konnten wir ihm nicht antworten, denn wir hatten keine ahnung und als er uns anbot, bei ihm in seinem haus zu schlafen, konnten wir nicht antworten, weil wir nicht wussten wie wir reagieren sollten. Pete und Martina waren feuer und flamme fuer diese Idee, wir wuerden ein Dach ueber dem Kopf haben und nicht im Dunkeln das Zelt irgendwo im nirgendwo aufschlagen muessen. Anne und ich dagegen hatten offenbar zu viele Horrorfilme gesehen und zu viele Backpacker-Killer-Geschichten gehoert um so aufgeregt zu sein. Es brach also eine Diskussion aus und am Ende hatten uns die beiden Irren soweit und wir fuhren tatsaechlich zum haus des potenziellen Moerders. Mein Herz schlug bis zum Hals, Anne rauchte ihre "letzten" 20 Zigaretten ("Pah, der Typ bringt mich eh eher um als der Lungenkrebs") und wir betraten das Hoellenhaus. Wir setzten uns aufs Sofa und machten wirklich unheimlich unangenehmen Smalltalk mit einem Kerl, der nicht nur fatalerweise unglaublich selbstueberzeugt, sondern auch sehr sehr nervig ist. Aber per Blickaustausch wurde uns klar, dass wir das gerne in Kauf nahmen, wenn wir dafuer warme Duschen und einen Schlafplatz bekamen.
Am Ende dieses Tagen konnte ich seine Frau, die ihn fuer einen anderen verliess nicht nur verstehen, sondern nur beglueckwuenschen! Vollidiot. Und abgesehen von der Tatsache, dass wir unabhaengig voneinander in der nacht aufwachten, weil wir dachten, der Irre steht mit einem Messer hinter uns, verlief alles relativ ereignislos. Am naechsten Morgen duschten wir und wurden gezwungen, Bilder mit ihm zu machen (wahrscheinlich um seiner Frau zu zeigen, dass er faehig ist, 20 jaehrige Backpacker in sein haus zu locken) und mussten einige "Hohoho, lasst doch eure unterwaesche hier, falls sie vorbeikommt,hohoho"-Jokes ueber uns ergehen lassen.
Nach Hervey bay mieteten wir uns einen Gelaendewagen und fuhren mit der faehre nach Frazer Island. Das Fahren auf der Insel war einerseits ein riesen Spass und andereseits Lebensgefaehrlich (Pete war Fahrer: Er hat diese verwirrende angewohnheit, waehrend des Fahrens den Spiegel herunter zu klappen, beide Hanede vom Lenkrad zu nehmen, zu rufen "Fahr mal!" und seine Haare zu frisieren.) Wir sprangen ueber Sandberge, fuhren am Strand entlang, besuchten das beruehmte schiffswrack und holten uns tausend blaue Flecke, weil wir im Auto hin und her geschmissen wurden.
Nach Brisbane, wo wir groesstenteils schliefen, feierten UND unseren franzoesischen Freund Fabien aus Cairns wieder trafen, ging es auf nach Surfers Paradise. Wir fanden einen Campingplatz, in den wir, Schande ueber uns, einfach einbrachen und sehr viel geld sparten. Wir schlugen unser Zelt in der hintersten Ecke auf, ohne gesehen zu werden und lernten zwei Jungs (deutsch und englisch) kennen, mit denen wir ein bemerkenswert stumpfsinniges Trinkspiel namens "Fuck the Dealer" spielten.
Als wir am naechsten Morgen aufwachten, mussten wir feststellen, dass Petes und Annes Koffer komplett entleert und alles wertvolle darin gestohlen wurde. Laptop, make up, Klamotten, Schuhe, alles. Wir bekamen also einen kurzen und heftigen Nervenzusammenbruch und entschlossen uns dann, die Polizei zu informieren. Was natuerlich etwas problematisch ist, wenn man auf den Campingplatz wo man bestohlen wurde, eingebrochen ist und illegal uebernachtet hat. Wir hatten also eine sehr freundliche Unterhaltung mit der Besitzerin, deren Kopf die Farbe einer Tomate annahm, als sie hoeren musste, dass die unverschaemten Goeren, die ohne zu zahlen uebernachteten, ihr auch noch die Bullen auf den hals hetzen wollten.
Doch weil sich unsere Lebenseinstellung hier ein bisschen geaendert hat, schuechtert einen das weniger ein, als dass er erheitert und so brachen wir auch in Byron Bay in einen Campingplatz ein. (Ich heisse es keinesfalls gut, dass wir zu verbrechern geworden sind. Aber ich kann es auch nicht wirklich aendern.) Wir buchten einen dreitaegigen Surfkurs, was wirklich sehr sehr unterhaltsam war. Ich wuerde nicht unbedingt behaupten, dass ich jetzt "surfen" kann, aber ich sehe es als persoenliche Glanzleistung mir das brett nach drei tagen nicht mehr gegen den Kopf zu hauen.
Wir besuchten noch viele andere Orte und hatten viel Spass und machten viele illegale Sachen, aber ich bin zu faul weiter zu schreiben.
Sind heute in Sydney angekommen und ich geniesse es wieder hier zu sein!
See ya.
Als wir dann schliesslich mitbekamen, dass die Highways wieder offen seien, packten wir so schnell wie moeglich unser Zeug und fuhren los. Auf nach Hervey Bay, einem wirklich suessen kleinen Staedtchen mit viel Strand und vielen Rentnern. Wir schnappten uns unser Abendessen und setzten uns an den Strand als ploetzlich ein etwa 40 jaehriger Mann mit zwei zuckersuessen Hunden vorbei kam. Wir Maedels stuerzten uns auf die Hunde, waehrend Pete ein bisschen Smalltalk machte und dem Typ erklaerte, dass wir alle drei einen mittelschweren Gehirnschaden haetten. Das Gespraech dauerte an und wir erfuhren, dass er geschieden war (relativ frisch). Als er uns fragte, wo wir die Nacht ueber schlafen wuerden, konnten wir ihm nicht antworten, denn wir hatten keine ahnung und als er uns anbot, bei ihm in seinem haus zu schlafen, konnten wir nicht antworten, weil wir nicht wussten wie wir reagieren sollten. Pete und Martina waren feuer und flamme fuer diese Idee, wir wuerden ein Dach ueber dem Kopf haben und nicht im Dunkeln das Zelt irgendwo im nirgendwo aufschlagen muessen. Anne und ich dagegen hatten offenbar zu viele Horrorfilme gesehen und zu viele Backpacker-Killer-Geschichten gehoert um so aufgeregt zu sein. Es brach also eine Diskussion aus und am Ende hatten uns die beiden Irren soweit und wir fuhren tatsaechlich zum haus des potenziellen Moerders. Mein Herz schlug bis zum Hals, Anne rauchte ihre "letzten" 20 Zigaretten ("Pah, der Typ bringt mich eh eher um als der Lungenkrebs") und wir betraten das Hoellenhaus. Wir setzten uns aufs Sofa und machten wirklich unheimlich unangenehmen Smalltalk mit einem Kerl, der nicht nur fatalerweise unglaublich selbstueberzeugt, sondern auch sehr sehr nervig ist. Aber per Blickaustausch wurde uns klar, dass wir das gerne in Kauf nahmen, wenn wir dafuer warme Duschen und einen Schlafplatz bekamen.
Am Ende dieses Tagen konnte ich seine Frau, die ihn fuer einen anderen verliess nicht nur verstehen, sondern nur beglueckwuenschen! Vollidiot. Und abgesehen von der Tatsache, dass wir unabhaengig voneinander in der nacht aufwachten, weil wir dachten, der Irre steht mit einem Messer hinter uns, verlief alles relativ ereignislos. Am naechsten Morgen duschten wir und wurden gezwungen, Bilder mit ihm zu machen (wahrscheinlich um seiner Frau zu zeigen, dass er faehig ist, 20 jaehrige Backpacker in sein haus zu locken) und mussten einige "Hohoho, lasst doch eure unterwaesche hier, falls sie vorbeikommt,hohoho"-Jokes ueber uns ergehen lassen.
Nach Hervey bay mieteten wir uns einen Gelaendewagen und fuhren mit der faehre nach Frazer Island. Das Fahren auf der Insel war einerseits ein riesen Spass und andereseits Lebensgefaehrlich (Pete war Fahrer: Er hat diese verwirrende angewohnheit, waehrend des Fahrens den Spiegel herunter zu klappen, beide Hanede vom Lenkrad zu nehmen, zu rufen "Fahr mal!" und seine Haare zu frisieren.) Wir sprangen ueber Sandberge, fuhren am Strand entlang, besuchten das beruehmte schiffswrack und holten uns tausend blaue Flecke, weil wir im Auto hin und her geschmissen wurden.
Nach Brisbane, wo wir groesstenteils schliefen, feierten UND unseren franzoesischen Freund Fabien aus Cairns wieder trafen, ging es auf nach Surfers Paradise. Wir fanden einen Campingplatz, in den wir, Schande ueber uns, einfach einbrachen und sehr viel geld sparten. Wir schlugen unser Zelt in der hintersten Ecke auf, ohne gesehen zu werden und lernten zwei Jungs (deutsch und englisch) kennen, mit denen wir ein bemerkenswert stumpfsinniges Trinkspiel namens "Fuck the Dealer" spielten.
Als wir am naechsten Morgen aufwachten, mussten wir feststellen, dass Petes und Annes Koffer komplett entleert und alles wertvolle darin gestohlen wurde. Laptop, make up, Klamotten, Schuhe, alles. Wir bekamen also einen kurzen und heftigen Nervenzusammenbruch und entschlossen uns dann, die Polizei zu informieren. Was natuerlich etwas problematisch ist, wenn man auf den Campingplatz wo man bestohlen wurde, eingebrochen ist und illegal uebernachtet hat. Wir hatten also eine sehr freundliche Unterhaltung mit der Besitzerin, deren Kopf die Farbe einer Tomate annahm, als sie hoeren musste, dass die unverschaemten Goeren, die ohne zu zahlen uebernachteten, ihr auch noch die Bullen auf den hals hetzen wollten.
Doch weil sich unsere Lebenseinstellung hier ein bisschen geaendert hat, schuechtert einen das weniger ein, als dass er erheitert und so brachen wir auch in Byron Bay in einen Campingplatz ein. (Ich heisse es keinesfalls gut, dass wir zu verbrechern geworden sind. Aber ich kann es auch nicht wirklich aendern.) Wir buchten einen dreitaegigen Surfkurs, was wirklich sehr sehr unterhaltsam war. Ich wuerde nicht unbedingt behaupten, dass ich jetzt "surfen" kann, aber ich sehe es als persoenliche Glanzleistung mir das brett nach drei tagen nicht mehr gegen den Kopf zu hauen.
Wir besuchten noch viele andere Orte und hatten viel Spass und machten viele illegale Sachen, aber ich bin zu faul weiter zu schreiben.
Sind heute in Sydney angekommen und ich geniesse es wieder hier zu sein!
See ya.
Dienstag, 26. Februar 2013
East Coast
Nach Anne und Petes Ankunft in Cairns, genossen wir unsere letzten Tage in Cairns. Ich musste mich von meinen Kollegen und meinem Boss verabschieden (letzteres war sehr sehr schwer. Ich bin abartig verliebt in den Kerl :D ) und dann vor einigen Tagen, die sich wie eine Ewigkeit anfuehlen, Goddbye zu Cairns sagen.
An unserem ersten Tag des grossen Road Trip Abenteuers wollten wir zu den Wallaman Waterfalls fahren, den groessten Wasserfaellen Australiens. Waehrend der Fahrt regnete es in Stroemen, was uns nicht weiter stoerte, denn wir hatten uns und gute Laune und schreckliche Radio-Musik. Wir fuhren und fuehren und verfuhren uns einige Male und ploetzlich war es dunkel. Das allerdings hinderte uns nicht daran weiter zu fahren, auf eine unheimnliche Landstrasse einzubiegen (so stand es auf der Karte) und einen riesigen Berg auf einer Serpentinenstrasse hochzufahren. Weil wir ein bisschen gelangweilt und schon halb hirntot wegen der furchtbaren Musik waren, fingen wir an, uns unseren persoenlichen Horrorfilm auszudenken, dh. wer wann wie stirbt wurde aufs genaueste besprochen und durchdiskutiert. Irgendwann kamen wir dann auf unsheimliche Tiere und Monster die im Film auf keinen Fall fehlen durften. Ich fuhr und hatte ein bisschen Gaensehaut und dachte ueber Monstertiere nach, als ich ploetzlich eine Vollbremsung hinlegte, weil 10 Meter vor uns etwa 30 Kuehe auf der Strasse standen und ins Licht glotzten. Mir ist sehr wohl bewusst, dass Kuehe nicht wirklich gefaehrlich sind, doch in direktem Zusammenhang mit Monstern irgendwie.. schon. Es sassen also vier absolut ungehemmt bruellende Idioten in einem Ford Station Wagen und starrten mit angstverzerrtem Gesicht auf seelenruhig vor sich hin kauende Kuehe.
Nachdem wir uns nach 1 Stunde und 8 Minuten von dem Schock erholt hatten, schaffte ich es weiter zu fahren. Die Strasse nahm kein Ende, unser Benzin allerings schon. Martina und Anne fingen an, ernsthfat Schiss zu bekommen... Dunkelheit, Kuehe, Wald, Serienkiller. Wer wusste schon wo das enden sollte. Nach 3 Stunden fanden wir dann endlich den Campingplatz ( :D ) direkt neben den Wasserfaellen. Der Schotterplatz mit Plumsklo wirkte unheimlich einladend und der stroemende Regen zwang einen quasi dazu aus dem Auto zu huepfen und freudig das Zelt aufzuschlagen. Doch, trotz dieser einladenden Umgebung, entschlossen wir uns, erst mal, zur Ablenkung, einen Film zu schauen. Als wir da also eingeengt im Auto sassen und "die schoene und das Biest" schauten (fuer was weniger blumiges waren unsere Nerven noch zu schwach) sahen wir ploetzlich Licht aufleuchten. Licht. Auf einem verlassenen Campingplatz auf einem Berg. In der Nacht. Die beiden Maedels auf dem Ruecksitz flippten aus. Gebruelle, Gekreische "Wir sterben!!! OH GOOOOTT!! Das is der KILLER!! OHHHH GOOOOTT!" Ich schaute hinter zu den beiden, schuettelte den Kopf, doch mein Herz schlug schneller. Ich schaute zu Pete... un d als ich sah, dass auch ER ausflippte, konnte ich nicht anders und flippte auch aus ! (ich weiss, dass sind viele ausgeflippte Wortwiederholungen, aber es gibt kein besseres Wort) Wir kreischten und kreischten und Licht kam Naeher und wir sahen ein kleines Auto auf uns zufahren. Pete schrie "LICHT AUS!!!", ich schrie "LICHT AN!!! WIR MUESSEN SEHEN OB ER AUSSTEIGT UND WO DIE KETTENSAEGE IST!!!!" "LICHT AUS, DANN SIEHT ER UNS NICHT" etc etc etc. Letztendlich machten wir das Licht aus. Wir warteten, ich machte das Licht an. Und das Auto war weg. Panikattacke auf dem Ruecksitz. "WO IST ER HIN?!?!?!?!" Wir fanden dann heraus, dass er einfach in eine andere Strasse eingebogen ist. Und als er zurueckgefahren kam, zwangen wir uns uns zu beruhigen und auszusteigen. Der Killer stieg ebenfalls aus und lief auf uns zu. Und war offensichtlich kein Killer. Und wir waren offensichtlich Idioten. Es handelte sich um einen Tschechischen Backpacker, der genau wie wir verloren gegangen ist und sich nachts auf einem scheiss Berg im Nirgendwo wiederfand. Wir haetten ihn ganz schoen erschreckt mit unserem "icht an Licht aus Gebruell Licht an Licht aus".
Und das Ironischste an dieser Geschichte ist, dass wir am Naechsten Tag wegen des abartig dichten Nebels absolut Nichts von den groessten Wasserfaellen Australiens sehen konnten.
Das war Tag 1.
Auf unserem Weg entlang der Ostkueste Australiens sahen wir bis jetzt nur grossartige Dinge. Und wenn ich sage GROSSartig, dann meine ich das. Zum Beispielt eine riesengrosse Mango in Bowen.

Das war wohl eines der beeindruckenderen Dinge die wir hier zu sehen bekommen werden. Um das Erlebnis komplett zu machen, assen wir Mangosorbet, das wir aus unseren Mangotaschen holten, auf dem Fundament der riesen Mango. Ein unglaubliches Gefuehl.
Wir fuhren weiter und weiter und weiter und landeten in Airlie Beach, einem kleinen und sehr suessen Staedtchen. Wir parkten unser Auto und buchten eine dreitaegige Segeltour fuer die Whitsunday Islands. Und das war, diesmal ganz ohne Ironie, wirklich eines der beeindruckenderen Dinge! Wir sahen Whitehaven Beach, einen wunderschoenen Strand mit dem reinsten Sand der Welt, wir schnorchelten mit Meeresschildkroeten und schliefen in winzigen Kojen auf einem wirklich coolen Segelschiff. Die Crew war sehr unterhaltsam, nicht zuletzt, weil sie am letzten Tag, kurz bevor wir wieder anlegten, einen Zettel an die Klotuer gehaengt haben auf derm stand "Patrick hat das Klo verstopft. Foltert ihn" (Patrick war ein riesen grosser Vollidiot, der ungelogen keine 2 Minuten den Mund halten konnte.) Nachdem er und alle anderen den Zettel gesehen hatte, hatte er merkwuerdigerweise nichts mehr zu sagen :D
Vor zwei Tagen besuchten wir die Capricorn Caves, eine wirklich beeindruckende Tropfsteinhoele in der Naehe von Rockhampton.
Abends fuhren wir dann weiter zum "Turtle Beach" (das ist nicht der richtige Name, keine Ahnung wie er hiess) und schauten kleinen Babyschildkroeten beim Schluepfen zu. Als alle goldigen kleinen Schildkroeties geschluepft und aus dem Sand geklettert waren, wurden sie gemessen und gewogen und dann (von uns) zum Strand getragen. Wir bildeten eine Gasse und die kleinen krochen ueber den Sand ins Meer. Als mein kleiner peroenlicher Liebling (er kam direkt auf mich zugelaufen und stiess gegen meinen Schuh (vielleicht war er nicht der Hellste), den ich "Einhorn" taufte, die Wellen erreichte und hinaus ins tiefe Blau schwamm, konnte ich nicht umhin ein paar Traenchen zu verdruecken und ein weisses Taschentuch zu schwenken. Es war wirklich, wirklich ergreifend. Die sind sooooooooo suuuuuuueess! Gooohoooott! Okay.
Das muss jetzt erst einmal reichen. Liebe euch fast alle.
Dienstag, 22. Januar 2013
SIe lebt.
Hoppla, da hat aber jemand seinen Blog schon lange nicht mehr geschrieben!
Das hier wird wohl eher eine kleine Sammlung von Kurzgeschichten (nicht wirklich Kurzgeschichten, wie sie aufgebaut sind und bla habe ich in Deutsch leider verschlafen).
Ich fange am besten mit Silvester an. Ich musste arbeiten, geplant war bis halb 11 uhr abends. Es hat allerdings geregnet und die Leute waren mehr an Alkohol als an Fish and Chips interessiert, weswegen der erwartete Ansturm von 3 Mio Kunden, den mein Boss vorausgesagt hatte, aus blieb und wir alle standen ohne Beschaeftigung herum. Ich fing dann aus Verzweiflung an, Besoffene auf der Strasse anzuquatschen, einerseits aus purer Langeweile und andererseits um mich davon abzulenken, dass ich New Year's Eve in einem Fish and Chips Shop in Cairns und nicht beim Opera House in Sydney verbringe. Nachdem mein Boss dann aber geschnallt hatte, dass heute kein Vermoegen zu machen ist, schickte er uns frueher nach hause und wir konnten anfangen uns aufzubitchen ( :D ) und zu ueberlegen, wo wir hinwollten. Marsi und ich trafen uns mit einigen meiner Arbeitskollegen und wanderten von bar zu club zu pub zu casino. Das casino hat mir persoenlich am besten gefallen, weil ueberall monster luftballons rumhingen, von denen die Jungs uns ungefaehr 20 hoechst unauffaellig durch den Haupteingang an der Security vorbei geklaut haben. Um 6 Uhr morgens kam ich nach Hause, um 10 Uhr morgens musste ich wieder in den bescheuerten Fish and Chips Shop. Ihr koennt euch meine Motivation vorstellen
Marsi hat beim Arbeiten einen Typen kennengelernt. Er hat sie angequatscht und gefragt, ob sie ihm Cairns zeigen wolle. Sie hat, und sie wird mich dafuer hassen, dass ich das hier so schreibe, natuerlich ja gesagt, nciht zuletzt weil er aussah wie ein typischer Surferoy, laengere blonde Haare, braungebrannt, muskuloes, und mit so vielen Armbaendchen und Fusskettchen, wie sie nur ein Surferboy tragen kann, ohne schwul zu wirken. Da ich arbeiten musste, es regnete und die beiden keine Ahnung hatten was sie unternehmen sollten (Cairns ist an sich nicht SO spektakulaer) setzten sie sich also in unser Zimmer und quatschten. ich kam nach Hause und dachte erst ich platze mitten in ein heisses Date. Und da ich, wie ich leider zugeben muss, manchmal wirklich ein Arschloch sein kann, stellte ich mich erst einmal neben die beiden und kochte mir in aller Ruhe einen Tee, hoerte den Gespraechen zu und beobachtete die Situation. Und irgendwas erschien mir komisch. Martina sass stocksteif da und nickte die meiste Zeit, waehrend der Typ in einem nicht enden wollenden Monolog sein grossartiges Leben preisgab. Ich wuergte hinter seinem Ruecken in Marsis Richtung in meine Teetasse, was sie mit zusammengepressten Lippen zu ignorieren versuchte. Ich gab mir die Scheisse noch ein paar Minuten laenger, warf ein paar bissige Kommentare ein und verabschiedete mich dann knapp und belustigt (Martinas Blick schrie quasi "lass mich nicht allein mit dem Depp!", aber da kam wieder oben erwaehntes Arschloch durch und ich legte mich mit unterdruecktem Lachen ins Bett). Am naechsten Morgen wachte ich auf und stolperte erst mal aufs Klo (ich kann an dieser Stelle nur sagen, wie dankbar ich war, nicht nackt geschlafen zu haben) Denn als ich wieder zuruek kam, stellte ich fest, dass Martina, die frueh arbeiten musste, den Idiot bei uns uebernachten lassen hat, weil er nicht mehr heimgekommen waere! Ich rannte also erst mal zurueck ins Bad, schrieb eine Sms die ungefaehr: Hast du sie noch alle?! Jetzt darf ich dein dummes Date rausschmeissen, oder waaaaaaas?! :D besagte und brach kurz zusammen vor lachen. Das duerfte witzig werden. Er wachte unverschaemterweise nach Ewigkeiten auf (ich hatte keine Plaene, aber das musste er ja nicht wissen) und ich bot ihm ganz im Peinlicher-Morgen-nach-einem-One-Night-Strand Tee und Fruehstueck an. Ich dachte eigentlich er wuerde ablehnen und sich einfach verziehen, da ich erstens nicht Martina und zweitens offensichtlich gernevt war) Aber nein, er schaffte es tatsaechlich, mich noch 2 (!!!) Stunden (!!!) vollzuquatschen!! ZWEI!! und da verstand ich Martina ploetzlich.. es war quasi unmoeglich den Kerl loszuwerden. Ich stiess ein kurzes halleluja gen Himmel aus, als er endlich sich und seine Freundschaftsbaendchen nach draussen geschleppt hatte und ich die Tuer hinter ihm zuknallen konnte. Von Marsis schlechtem Gewissen, dass sie mich mit ihm alleine gelassen hatte, will ich gar nicht anfangen. Meine Sms hatte sie leiden lassen und ich war einfach nur unheimlich amuesiert.
wir glaubten eigentlich in unserem Zimmer keine Kakerlaken zu haben. Falsch gedacht. Ich kam ins Zimmer und fand Martina mit schockverzerrtem Gesicht, Haende in verzweifelter Pose ueber dem Kopf zusammengeschlagen, AUF dem Sofa stehend vor, den Blick starr auf eine Zimmerecke geheftet. "....Aehm... was... zur.. Hoelle..?" war dann meine Begruessung, worauf ich nur ein hysterisches "MONSTER KAKERLAKE!!!!" als Antwort bekam. Und schwupps, waren es zwei durchgeknallte Maedels auf dem Sofa. "Was machen wir jetzt?", fragte ich. "Wir haben Toast auf dem Tisch stehen.. wir koennten hier oben drei Tage ueberleben..." "Und was, wenn sie sich bewegt und auf uns zukrabbelt..?" Hysterisches Kreischen, weil sich das Tierchen grade in diesem Moment wirklich bewegt hatte. "Wir muessen sie fangen." "FANGEN?! BIST DU IRRE?!" Ich stieg, offensitlich von allen guten Geistern verlassen, vom Sofa, schnappte mir einen unsere wenigen Becher ("nicht den Becheeeeeer, aus dem triiiiiinken wiiiiir!") und schlich angewidert und schreiend auf la cucaracha zu und schmiss den Becher auf sie! Sie war gefangen!!!! Hysterisches Kreischen. Again.
Tja, der Becher stand da eine Weile. "Martina... denkst du sie ist tot..?" "Nee, die schlaeft nur, is voll gemuetlich unter dem Becher." "Aber da is keine Luft.. und kein kakerlaken-essen..." "Die macht Diaet." Als ich sie dann "freigelassen" hatte, musste ich feststellen, dass sie tot war. Wenn ich nicht dafuer in die Hoelle komme, dass ich Martina mit Suferboydepp alleine gelassen und gelacht habe, dann dafuer, dass ich la cucarache getoetet habe.
Wir haben neue Nachbarinnen. Zwei deutsche (natuerlich) Maedels, die erst eine Nacht in unser Zimmer eingezogen waren und dann aber ins Nachbarzimmer umgezogen sind. Die beiden sind zuckersuess und wirklich absolut liebenswert, weswegen ich auch in einem unserer witzigen Nachmittags-tee-Plaeuschchen (ja, wir benehmen uns wir Omis. Und es ist super.) dachte, sie seien so cool, dass ich ihnen von meiner Schwaeche fuer Vokuhilas und Schnauzer und Bikerjacken und das alles am Besten in Kombination erzaehlen konnte. Die Reaktion, die ich mir erhofft hatte, war Applaus und Jubelrufe und vielleicht sogar ein "Oh gott, anna!!! Das gleiche empfinde ich auch!!". Was ich bekam waren 20 Minuten langes Gelaechter und Ausrufe wie: "Sie steht auf Ruhrpott-Assis!". daraufhin beschloss ich, nicht zu erzaehlen, dass bei der Arbeit zwei etwa 50 Jaehrige Kerle mit Vokuhilas UND Schnauzer (wenisgtens einer von beiden) reinkamen und mich, um es milde zu sagen, leicht in ihren Bann zogen. Ich wuerde auf keinen Fall sagen, dass ich sie anders behandelt hatte, als die anderen Gaeste. ich wuerde auch nicht sagen, dass ich oefter an ihrem Tisch vorbeigelaufen oder oefter mit ihnen geredet hatte, als mit den anderen. Und schon gar nicht wuerde ich sagen, dass ich ihnen gesagt habe, dass ich ihre haare liebe und ob sie mich heiraten wollen. beide. Niemals wuerde ich das sagen. Denn das waere... gelogen. Ja, gelogen.
Unsere diebischen Franzosen haben sich verzogen, nach Melbourne. Gegen Ende koennte man sagen, dass wir fast Freunde geworden sind (Immerhin wohnten sie nicht mehr in unserem Zimmer und konnten somit auch nicht unsere Sachen klauen.). Na ja, wenigstens mit ihr haben wir uns angefreundet. Bebe ist einfach ein zu grosser Idiot. Sie standen also am Abreisetag vor dem Hostel, wir kamen zu ihnen, verabschiedeten sie mit wundervoll franzoesischen Kuesschen links Kuesschen rechts und tauschen Facebook-Namen aus. Alles war ein bisschen traurig, man wuenschte sich das beste fuer die Reise, bla bla bla. Dann allerdings mussten wir etwas spaeter das Zimmer der beiden putzen (Housekeeping und so) und stellten fest, dass sie auch noch Martinas Adapter und diverse andere Sachen mitgehen lassen hatten. Die Bitches werden nicht auf Facebook geaddet! :D Das haben sie nun davon! :D
Tja, was gibts noch? Es regnet viel, da endlich die Regenzeit angefangen hat. Viele moegen sagen, warum endlich? Weil man jetzt endlich wieder atmen kann, ohne dass gefuehl zu haben, die eigene Lunge stuende in Flammen.
In diesem verfluchten Internetcafe laeuft rund um die uhr Jack Johnson. Vielleicht denkt man hier, dass Backpacker und Jack Johnson untrennbar miteinander verbunden sind. Falsch. Ich laufe jeden Moment Amok.
Im Hostel leben zur Zeit schraege Menschen, die 10 Kilo Saecke Reis kaufen und diesen vom Boden essen. Die Sauerei ist dementsprechend gross und die Freude darueber, das sauber machen zu duerfen, auch.
Ich habe gestern moeglicherweise und wirklich unabsichtlich einen Regenschirm von einem Obdachlosen geklaut. Ich moechte nicht weiter darueber reden, aber das ist ein weiterer Punkt auf der Liste "dafuer kommst du in die Hoelle".
Mama, dein Brief ist angekommen. Und der Ausschnitt aus der Bildzeitung auch. Gott, wie ich das dumme Blatt vermisse.
Das wars. Es reicht. Love you all. Naaaaa, wobei, nicht alle.
See ya.
Ich fange am besten mit Silvester an. Ich musste arbeiten, geplant war bis halb 11 uhr abends. Es hat allerdings geregnet und die Leute waren mehr an Alkohol als an Fish and Chips interessiert, weswegen der erwartete Ansturm von 3 Mio Kunden, den mein Boss vorausgesagt hatte, aus blieb und wir alle standen ohne Beschaeftigung herum. Ich fing dann aus Verzweiflung an, Besoffene auf der Strasse anzuquatschen, einerseits aus purer Langeweile und andererseits um mich davon abzulenken, dass ich New Year's Eve in einem Fish and Chips Shop in Cairns und nicht beim Opera House in Sydney verbringe. Nachdem mein Boss dann aber geschnallt hatte, dass heute kein Vermoegen zu machen ist, schickte er uns frueher nach hause und wir konnten anfangen uns aufzubitchen ( :D ) und zu ueberlegen, wo wir hinwollten. Marsi und ich trafen uns mit einigen meiner Arbeitskollegen und wanderten von bar zu club zu pub zu casino. Das casino hat mir persoenlich am besten gefallen, weil ueberall monster luftballons rumhingen, von denen die Jungs uns ungefaehr 20 hoechst unauffaellig durch den Haupteingang an der Security vorbei geklaut haben. Um 6 Uhr morgens kam ich nach Hause, um 10 Uhr morgens musste ich wieder in den bescheuerten Fish and Chips Shop. Ihr koennt euch meine Motivation vorstellen
Marsi hat beim Arbeiten einen Typen kennengelernt. Er hat sie angequatscht und gefragt, ob sie ihm Cairns zeigen wolle. Sie hat, und sie wird mich dafuer hassen, dass ich das hier so schreibe, natuerlich ja gesagt, nciht zuletzt weil er aussah wie ein typischer Surferoy, laengere blonde Haare, braungebrannt, muskuloes, und mit so vielen Armbaendchen und Fusskettchen, wie sie nur ein Surferboy tragen kann, ohne schwul zu wirken. Da ich arbeiten musste, es regnete und die beiden keine Ahnung hatten was sie unternehmen sollten (Cairns ist an sich nicht SO spektakulaer) setzten sie sich also in unser Zimmer und quatschten. ich kam nach Hause und dachte erst ich platze mitten in ein heisses Date. Und da ich, wie ich leider zugeben muss, manchmal wirklich ein Arschloch sein kann, stellte ich mich erst einmal neben die beiden und kochte mir in aller Ruhe einen Tee, hoerte den Gespraechen zu und beobachtete die Situation. Und irgendwas erschien mir komisch. Martina sass stocksteif da und nickte die meiste Zeit, waehrend der Typ in einem nicht enden wollenden Monolog sein grossartiges Leben preisgab. Ich wuergte hinter seinem Ruecken in Marsis Richtung in meine Teetasse, was sie mit zusammengepressten Lippen zu ignorieren versuchte. Ich gab mir die Scheisse noch ein paar Minuten laenger, warf ein paar bissige Kommentare ein und verabschiedete mich dann knapp und belustigt (Martinas Blick schrie quasi "lass mich nicht allein mit dem Depp!", aber da kam wieder oben erwaehntes Arschloch durch und ich legte mich mit unterdruecktem Lachen ins Bett). Am naechsten Morgen wachte ich auf und stolperte erst mal aufs Klo (ich kann an dieser Stelle nur sagen, wie dankbar ich war, nicht nackt geschlafen zu haben) Denn als ich wieder zuruek kam, stellte ich fest, dass Martina, die frueh arbeiten musste, den Idiot bei uns uebernachten lassen hat, weil er nicht mehr heimgekommen waere! Ich rannte also erst mal zurueck ins Bad, schrieb eine Sms die ungefaehr: Hast du sie noch alle?! Jetzt darf ich dein dummes Date rausschmeissen, oder waaaaaaas?! :D besagte und brach kurz zusammen vor lachen. Das duerfte witzig werden. Er wachte unverschaemterweise nach Ewigkeiten auf (ich hatte keine Plaene, aber das musste er ja nicht wissen) und ich bot ihm ganz im Peinlicher-Morgen-nach-einem-One-Night-Strand Tee und Fruehstueck an. Ich dachte eigentlich er wuerde ablehnen und sich einfach verziehen, da ich erstens nicht Martina und zweitens offensichtlich gernevt war) Aber nein, er schaffte es tatsaechlich, mich noch 2 (!!!) Stunden (!!!) vollzuquatschen!! ZWEI!! und da verstand ich Martina ploetzlich.. es war quasi unmoeglich den Kerl loszuwerden. Ich stiess ein kurzes halleluja gen Himmel aus, als er endlich sich und seine Freundschaftsbaendchen nach draussen geschleppt hatte und ich die Tuer hinter ihm zuknallen konnte. Von Marsis schlechtem Gewissen, dass sie mich mit ihm alleine gelassen hatte, will ich gar nicht anfangen. Meine Sms hatte sie leiden lassen und ich war einfach nur unheimlich amuesiert.
wir glaubten eigentlich in unserem Zimmer keine Kakerlaken zu haben. Falsch gedacht. Ich kam ins Zimmer und fand Martina mit schockverzerrtem Gesicht, Haende in verzweifelter Pose ueber dem Kopf zusammengeschlagen, AUF dem Sofa stehend vor, den Blick starr auf eine Zimmerecke geheftet. "....Aehm... was... zur.. Hoelle..?" war dann meine Begruessung, worauf ich nur ein hysterisches "MONSTER KAKERLAKE!!!!" als Antwort bekam. Und schwupps, waren es zwei durchgeknallte Maedels auf dem Sofa. "Was machen wir jetzt?", fragte ich. "Wir haben Toast auf dem Tisch stehen.. wir koennten hier oben drei Tage ueberleben..." "Und was, wenn sie sich bewegt und auf uns zukrabbelt..?" Hysterisches Kreischen, weil sich das Tierchen grade in diesem Moment wirklich bewegt hatte. "Wir muessen sie fangen." "FANGEN?! BIST DU IRRE?!" Ich stieg, offensitlich von allen guten Geistern verlassen, vom Sofa, schnappte mir einen unsere wenigen Becher ("nicht den Becheeeeeer, aus dem triiiiiinken wiiiiir!") und schlich angewidert und schreiend auf la cucaracha zu und schmiss den Becher auf sie! Sie war gefangen!!!! Hysterisches Kreischen. Again.
Tja, der Becher stand da eine Weile. "Martina... denkst du sie ist tot..?" "Nee, die schlaeft nur, is voll gemuetlich unter dem Becher." "Aber da is keine Luft.. und kein kakerlaken-essen..." "Die macht Diaet." Als ich sie dann "freigelassen" hatte, musste ich feststellen, dass sie tot war. Wenn ich nicht dafuer in die Hoelle komme, dass ich Martina mit Suferboydepp alleine gelassen und gelacht habe, dann dafuer, dass ich la cucarache getoetet habe.
Wir haben neue Nachbarinnen. Zwei deutsche (natuerlich) Maedels, die erst eine Nacht in unser Zimmer eingezogen waren und dann aber ins Nachbarzimmer umgezogen sind. Die beiden sind zuckersuess und wirklich absolut liebenswert, weswegen ich auch in einem unserer witzigen Nachmittags-tee-Plaeuschchen (ja, wir benehmen uns wir Omis. Und es ist super.) dachte, sie seien so cool, dass ich ihnen von meiner Schwaeche fuer Vokuhilas und Schnauzer und Bikerjacken und das alles am Besten in Kombination erzaehlen konnte. Die Reaktion, die ich mir erhofft hatte, war Applaus und Jubelrufe und vielleicht sogar ein "Oh gott, anna!!! Das gleiche empfinde ich auch!!". Was ich bekam waren 20 Minuten langes Gelaechter und Ausrufe wie: "Sie steht auf Ruhrpott-Assis!". daraufhin beschloss ich, nicht zu erzaehlen, dass bei der Arbeit zwei etwa 50 Jaehrige Kerle mit Vokuhilas UND Schnauzer (wenisgtens einer von beiden) reinkamen und mich, um es milde zu sagen, leicht in ihren Bann zogen. Ich wuerde auf keinen Fall sagen, dass ich sie anders behandelt hatte, als die anderen Gaeste. ich wuerde auch nicht sagen, dass ich oefter an ihrem Tisch vorbeigelaufen oder oefter mit ihnen geredet hatte, als mit den anderen. Und schon gar nicht wuerde ich sagen, dass ich ihnen gesagt habe, dass ich ihre haare liebe und ob sie mich heiraten wollen. beide. Niemals wuerde ich das sagen. Denn das waere... gelogen. Ja, gelogen.
Unsere diebischen Franzosen haben sich verzogen, nach Melbourne. Gegen Ende koennte man sagen, dass wir fast Freunde geworden sind (Immerhin wohnten sie nicht mehr in unserem Zimmer und konnten somit auch nicht unsere Sachen klauen.). Na ja, wenigstens mit ihr haben wir uns angefreundet. Bebe ist einfach ein zu grosser Idiot. Sie standen also am Abreisetag vor dem Hostel, wir kamen zu ihnen, verabschiedeten sie mit wundervoll franzoesischen Kuesschen links Kuesschen rechts und tauschen Facebook-Namen aus. Alles war ein bisschen traurig, man wuenschte sich das beste fuer die Reise, bla bla bla. Dann allerdings mussten wir etwas spaeter das Zimmer der beiden putzen (Housekeeping und so) und stellten fest, dass sie auch noch Martinas Adapter und diverse andere Sachen mitgehen lassen hatten. Die Bitches werden nicht auf Facebook geaddet! :D Das haben sie nun davon! :D
Tja, was gibts noch? Es regnet viel, da endlich die Regenzeit angefangen hat. Viele moegen sagen, warum endlich? Weil man jetzt endlich wieder atmen kann, ohne dass gefuehl zu haben, die eigene Lunge stuende in Flammen.
In diesem verfluchten Internetcafe laeuft rund um die uhr Jack Johnson. Vielleicht denkt man hier, dass Backpacker und Jack Johnson untrennbar miteinander verbunden sind. Falsch. Ich laufe jeden Moment Amok.
Im Hostel leben zur Zeit schraege Menschen, die 10 Kilo Saecke Reis kaufen und diesen vom Boden essen. Die Sauerei ist dementsprechend gross und die Freude darueber, das sauber machen zu duerfen, auch.
Ich habe gestern moeglicherweise und wirklich unabsichtlich einen Regenschirm von einem Obdachlosen geklaut. Ich moechte nicht weiter darueber reden, aber das ist ein weiterer Punkt auf der Liste "dafuer kommst du in die Hoelle".
Mama, dein Brief ist angekommen. Und der Ausschnitt aus der Bildzeitung auch. Gott, wie ich das dumme Blatt vermisse.
Das wars. Es reicht. Love you all. Naaaaa, wobei, nicht alle.
See ya.
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